2G-Regel sorgt für Unruhe im Tourismus

Österreichs Tourismusbetriebe blicken pessimistisch in die Wintersaison
©Ohde Christian/Picturedesk

Laut 2G-Regel, haben nur noch Covid19-geimpfte oder -genesene Personen Zutritt zu Lokalen, Hotels, Skiliften oder Veranstaltungen

Die Corona-Krise hat die Tourismusbranche schwer getroffen. Gerade jetzt mit steigenden Fallzahlen stehen Hoteliers und Gastronomen vor einer unsicheren Wintersaison. Das Beratungsunternehmens Deloitte und die Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) veröffentlichten den jährlichen“Tourismusbarometer„, eine Analyse zur aktuellen Lage.  Laut Prognosen dürfte die kommende Saison wohl deutlich unter dem Vorkrisenniveau liegen.

Für die Studie, die jährlich durchgeführt wird, wurden diesmal österreichweit 470 Unternehmen befragt. Der Tourismusindex verbesserte sich nach Schulnotensystem leicht von 3,6 auf 3,1. „Von echtem Optimismus ist man aber noch weit entfernt“, so das Resümee der Studienautoren. Die meisten Betriebe rechnen mit Umsatzverlust wegen der 2G Regel, trotzdem hätte, laut eigenen Angaben, etwa ein Drittel die 2G-Regel von sich aus eingeführt, wäre die Maßnahme nicht von der Regierung verordnet worden. Man könne die Verschärfung nachvollziehen, wünsche sich aber mehr Unterstützung. „Die Maßnahme ist vor dem Hintergrund der rasant steigenden Infiziertenzahlen verständlich – aber die Branche braucht nun finanzielle Unterstützungen, um die entstehenden Umsatzrückgänge auszugleichen“, fordert ÖHV-Generalsekretär Markus Gratzer. Fast alle Unternehmen haben schon finanzielle Hilfen in Anspruch genommen. Denn 53 Prozent der befragten Unterkunftsbetriebe und 59 Prozent der Gastronomie- und Freizeitinfrastrukturbetriebe haben 2020 Verluste gemacht. Aufgrund der aktuellen Unsicherheit werden die Investitionspläne zurückgestuft. 50 Prozent der in der Studie vorkommenden Betriebe werden die geplanten Investitionen für 2021/22 nicht durchführen.

Personalmangel

Auch die fehlenden Arbeitskräfte stellen eine Problematik dar. Derzeit suchen 84 Prozent der Beherbergungsbetriebe und fast zwei Drittel der Gastronomie- und Freizeitinfrastrukturbetriebe Mitarbeiter. Für die Wintersaison befürchten 91 Prozent der Ferienhotellerie eine Verschärfung der Situation, im Städtetourismus sind es 86 Prozent. „Dem Arbeitskräftemangel muss auf vielen Ebenen begegnet werden. Wichtige Bausteine sind die Attraktivierung des Berufsbildes, die Mobilisierung und Rückholung von Mitarbeitern in den Tourismus, aber auch die verstärkte Anwerbung von ausländischen Arbeitskräften“, erläutert Andreas Kapferer, Partner bei Deloitte Tirol.

 

APA/RED

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