Condor-Chef fordert Pause des Emissionshandels
Condor-Chef Peter Gerber fordert angesichts steigender Kerosinpreise eine vorübergehende Aussetzung des Emissionshandels.
Die angespannte Lage auf dem globalen Kerosinmarkt infolge der Blockade einer wichtigen Meerenge am Persischen Golf sorgt in der Luftfahrtbranche für Diskussionen. Vor diesem Hintergrund hat der Chef des deutschen Ferienfliegers Condor, Peter Gerber, vorgeschlagen, den Emissionshandel vorübergehend auszusetzen. Ziel sei es, Verbraucher vor weiter steigenden Preisen zu schützen.
Vorschlag für befristete Aussetzung
Gerber sprach sich in einem Interview dafür aus, den Emissionshandel für ein halbes Jahr auszusetzen. Dies sei aus seiner Sicht ein vergleichsweise einfacher Weg, um die Preisentwicklung zu dämpfen. Er argumentierte, dass sich auf diese Weise spekulative Preissteigerungen beim Kerosin reduzieren ließen, was sich positiv auf die Kosten für Flugreisen auswirken könnte.
Preisentwicklung und Buchungsverhalten
Nach Einschätzung Gerbers ist die Versorgung mit Treibstoff derzeit gesichert, auch wenn künftig mit steigenden Preisen gerechnet werde. Reisende, die bereits gebucht haben, seien daher weniger betroffen, während spätere Buchungen voraussichtlich teurer ausfallen könnten. Die Entwicklung zeigt sich auch in der Nachfrage: Steigende Ticketpreise und Sorgen über mögliche Flugausfälle führen zu Zurückhaltung bei Neubuchungen. Darauf hatte zuletzt auch der Deutsche Reiseverband hingewiesen.
Luftverkehr weiterhin stabil
Trotz der angespannten Situation läuft der Flugbetrieb nach Angaben Gerbers weiterhin stabil. Auch an internationalen Drehkreuzen, die stark von Lieferungen aus der betroffenen Region abhängig sind, werde der Verkehr derzeit normal abgewickelt. Allerdings würden zusätzliche Kapazitäten kaum aufgenommen, da die Situation insgesamt eng koordiniert werde. Fluggesellschaften hätten ein großes Interesse daran, geplante Flüge auch tatsächlich durchzuführen und Maschinen nicht am Boden zu lassen.
(APA/red)
