Almhütten-Saison in Österreich beginnt

Mit Beginn des Frühsommers startet in Österreich die Almsaison und damit auch die touristische Nutzung vieler Almhütten.

29.05.2026 11:32
red04
© Daniel Gollner
Erhebungen zur Gästestruktur zeigen, dass bei der Auswahl einer Almhütte vor allem die Lage, das Naturerlebnis sowie Ausstattung und Preis eine Rolle spielen.

Mit dem Frühsommer beginnt in Österreich die Almsaison. Während das Vieh auf die Bergweiden gebracht wird, startet auch die touristische Nutzung vieler Almhütten. Der Aufenthalt in alpinen Regionen wird von Gästen häufig als Möglichkeit genutzt, Abstand vom städtischen Alltag zu gewinnen. Im Mittelpunkt stehen dabei Ruhe, Natur und reduzierte Reizumgebung.

Angebot an Almhütten in Österreich

Im Rahmen von „Urlaub am Bauernhof“ stehen österreichweit rund 530 Almhütten zur Verfügung. Das Angebot reicht von einfachen Selbstversorgerhütten bis zu höher ausgestatteten Unterkünften mit zusätzlichen Komfortelementen wie Sauna oder Wellnessbereichen. Der Anteil der Almhütten am Gesamtangebot liegt bei rund zwölf Prozent. Regional betrachtet befinden sich die meisten Angebote in Kärnten, gefolgt von der Steiermark und Salzburg. Weitere Standorte gibt es in Tirol, Vorarlberg sowie in Ober- und Niederösterreich.

Forschung zu gesundheitlichen Effekten

Die gesundheitlichen Wirkungen von Aufenthalten in alpinen Regionen werden zunehmend wissenschaftlich untersucht. Forschungseinrichtungen wie die Paracelsus Medizinische Privatuniversität Salzburg befassen sich dabei unter anderem mit möglichen Effekten auf Immunsystem, Stoffwechsel, Herz-Kreislauf-System und psychisches Wohlbefinden. Ein zentraler theoretischer Ansatz ist die Biophilie-Hypothese, die von einer grundlegenden Verbindung des Menschen zur Natur ausgeht. Studien zeigen, dass Aufenthalte in naturnahen Umgebungen mit einer Reduktion von Stress und einer Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit verbunden sein können.

Mikroorganismen und Bauernhof-Effekte

Ein weiterer Forschungsbereich betrifft die mikrobielle Vielfalt in landwirtschaftlich geprägten Umgebungen. Der Kontakt mit unterschiedlichen Mikroorganismen in Berg- und Stallbereichen wird mit einer stärkeren Aktivierung des Immunsystems in Verbindung gebracht. Im Rahmen des sogenannten Bauernhof-Effekts weisen mehrere Langzeitstudien darauf hin, dass Kinder, die regelmäßig Zeit in landwirtschaftlichen Umgebungen verbringen, ein geringeres Risiko für bestimmte allergische Erkrankungen wie Asthma oder Heuschnupfen haben. Auch die Höhenlage spielt eine Rolle. Untersuchungen wie die AMAS-Studie beschreiben mögliche physiologische Anpassungseffekte bei Aufenthalten in mittleren Höhenlagen zwischen etwa 1.500 und 2.500 Metern.

Nachfragekriterien und Nutzung

Erhebungen zur Gästestruktur zeigen, dass bei der Auswahl einer Almhütte vor allem die Lage, das Naturerlebnis sowie Ausstattung und Preis eine Rolle spielen. Besonders die Alleinlage wird häufig als wichtiges Kriterium genannt. Die österreichischen Alm-Unterkünfte sind überwiegend in aktive landwirtschaftliche Strukturen eingebunden. Neben der touristischen Nutzung erfolgt weiterhin die Bewirtschaftung der Almen und umliegenden Flächen.

(PA/red)

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