Drohnenvorfälle kosten Flughäfen Millionen

Drohnenvorfälle führen an deutschen Flughäfen zunehmend zu erheblichen Kosten und Betriebsstörungen.

08.06.2026 13:21
red04
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Die direkten Kosten für den Luftverkehr werden auf rund 60 Millionen Euro für das Jahr 2025 geschätzt.

Die Zahl gemeldeter Drohnenvorfälle an deutschen Flughäfen nimmt weiter zu und verursacht spürbare wirtschaftliche Belastungen im Luftverkehr. Nach einer Analyse des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) wurden im vergangenen Jahr 226 entsprechende Ereignisse registriert.

Vorfälle führen zu Sperrungen

Mehr als die Hälfte dieser Fälle hatte direkte Auswirkungen auf den Flugbetrieb. Laut Auswertung kam es in 116 Fällen zu vollständigen oder teilweisen Sperrungen an insgesamt 25 Flughäfen. Die direkten Kosten für den Luftverkehr werden auf rund 60 Millionen Euro geschätzt. Werden zusätzliche Effekte wie Verspätungen, gestörte Umläufe und Flugstreichungen berücksichtigt, kann der Gesamtschaden nach DLR-Angaben auf bis zu 160 Millionen Euro ansteigen. Schon kurze Unterbrechungen im Betrieb hätten in einem stark vernetzten System weitreichende Folgen, erklärte Florian Linke, kommissarischer Direktor des DLR-Instituts für Luftverkehr. Besonders bei länger andauernden oder wiederholten Störungen würden die Kosten deutlich ansteigen.

Drehkreuze besonders betroffen

Ein Großteil der Auswirkungen konzentriert sich auf große Flughäfen. Rund 70 Prozent aller Flugumleitungen im Zusammenhang mit Drohnensichtungen gehen laut Studie auf umfangreichere Störfälle an wichtigen Drehkreuzen wie München und Frankfurt zurück. Als Beispiel nennt die Analyse Einschränkungen am Flughafen München im Oktober, die sich über mehrere Tage erstreckten und rund 10.000 Passagiere betrafen. Auch am Flughafen Frankfurt kam es im Juli 2025 zu einem größeren Vorfall mit Auswirkungen auf den Betrieb.

Sicherheitsrisiko für die Luftfahrt

Drohnen gelten seit Jahren als potenzielle Gefahr für den Luftverkehr. Bereits der Zusammenstoß mit einer kleinen, im Hobbybereich genutzten Drohne kann bei hohen Geschwindigkeiten erhebliche Schäden an Flugzeugen verursachen. Im Jahr 2024 wurden laut DLR 118 Drohnenstörungen an deutschen Flughäfen gemeldet. Neun dieser Vorfälle führten zu einer vollständigen Einstellung des Flugbetriebs. Der wirtschaftliche Schaden lag in diesem Zeitraum bei rund einer halben Million Euro. Großereignisse wie im Jahr 2025 in München traten im Vorjahr nicht auf. Die Auswirkungen unautorisierter Drohnenflüge reichen von Verzögerungen und Warteschleifen über Umleitungen bis hin zu kompletten Betriebseinstellungen. Für Fluggesellschaften entstehen dadurch unter anderem Kosten durch längere Flugzeiten, höheren Treibstoffverbrauch, Betreuung von Passagieren sowie Ersatzflüge. Flughäfen sind zudem von Einnahmeausfällen betroffen, da bei Annullierungen Gebühren entfallen.

Ursachen und rechtlicher Rahmen

Drohnen in der Nähe von Flughäfen werden häufig durch Piloten oder Fluglotsen gemeldet. Zusätzlich liefern technische Detektionssysteme der Bundespolizei Hinweise auf mögliche Vorfälle. In den meisten Fällen bleibt unklar, wer die Drohnen steuert. Die Behörden gehen sowohl von unachtsamen Hobbyanwendern als auch von möglichen geheimdienstlichen oder kriminellen Hintergründen aus. Flüge von Drohnen sind im Umkreis von 1,5 Kilometern um Flughäfen in Deutschland verboten und können mit hohen Strafen bis hin zu Freiheitsstrafen von bis zu zehn Jahren geahndet werden.

(APA/red)

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