Air France-KLM prüft mögliche Easyjet-Option
Air France-KLM zeigt sich offen für eine Prüfung eines Easyjet-Deals, ist derzeit jedoch nicht aktiv beteiligt.
Air France-KLM schließt eine grundsätzliche Prüfung einer möglichen Übernahme der britischen Billigfluggesellschaft EasyJet nicht aus, treibt entsprechende Überlegungen nach Angaben der Unternehmensführung derzeit jedoch nicht aktiv voran. Konzernchef Ben Smith stellte auf dem Paris Air Forum klar, dass man sich aktuell nicht konkret mit einem solchen Schritt befasse. Auf eine mögliche Verbindung zu dem US-Investor Castlelake angesprochen, der selbst ein Interesse an einer Easyjet-Transaktion signalisiert hat, äußerte sich Smith zurückhaltend. Eine direkte Kontaktaufnahme durch Castlelake habe es demnach nicht gegeben. Gleichzeitig betonte er, dass Easyjet über „bemerkenswerte Vermögenswerte“ verfüge, die grundsätzlich für Fluggesellschaften attraktiv seien.
Castlelake prüft Offerte
Castlelake hatte zuletzt mitgeteilt, eine Übernahme von Easyjet zu einem Preis von etwas über 400 Pence je Aktie zu erwägen. Ein verbindliches Angebot liegt jedoch bislang nicht vor. Nach den geltenden Regeln des britischen Übernahmerechts hat das Unternehmen bis zum 26. Juni Zeit, um ein formelles Gebot abzugeben oder die Pläne fallen zu lassen.
Strategische Bedeutung
Unabhängig von möglichen Bewegungen rund um Easyjet bekräftigte Smith das strategische Interesse von Air France-KLM an der portugiesischen Fluggesellschaft TAP Air Portugal. Für den Konzern ist sie Teil eines größeren Wettbewerbs um die Positionierung in Südeuropa, wo bereits ein unverbindliches Angebot vorliegt. Die Region Iberische Halbinsel gilt aus Sicht des Managements als wichtiger Knotenpunkt für Verbindungen nach Lateinamerika. Dort existieren im Wesentlichen zwei große Drehkreuze: Lissabon, Heimatbasis von TAP, sowie Madrid, das von der Fluggesellschaft Iberia aus dem Konzern International Airlines Group betrieben wird.
Wettbewerb um europäische Drehkreuze
Nach Darstellung von Smith stehen sich auf der Iberischen Halbinsel faktisch drei große europäische Airline-Gruppen gegenüber, die sich zwei zentrale Drehkreuze teilen. Vor diesem Hintergrund sei es strategisch entscheidend, eine starke Position in der Region zu sichern. Sollte sich dort eine Neuordnung ergeben, könnte nach Einschätzung des Managements einer der großen europäischen Airline-Konzerne ohne passende Partnerschaft dastehen. Für Air France-KLM sei es daher von zentraler Bedeutung, eine führende Rolle im Wettbewerb um diese Strukturen einzunehmen.
(APA/red)
