Deutsche-Bahn-Chefin kritisiert Management

Nach Ansicht von Bahn-Chefin Evelyn Palla muss sich die Führungskultur im Konzern grundlegend ändern, um die Deutsche Bahn langfristig erfolgreicher zu machen.

03.08.2026 11:54
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Die seit Oktober amtierende Konzernchefin bezeichnete die aktuelle Lage der Deutschen Bahn als die schwerste Krise in der Unternehmensgeschichte.

Im Zuge des laufenden Umbaus der Deutschen Bahn hat Vorstandsvorsitzende Evelyn Palla die bisherige Führungskultur im Konzern scharf kritisiert. In einem Interview mit der Welt am Sonntag erklärte sie, dass die bisherige Leistungskultur den Anforderungen des Unternehmens nicht gerecht geworden sei. Dies solle sich künftig ändern. Nach ihren Angaben sei Verantwortung in der Vergangenheit zu häufig zwischen der Konzernzentrale und den operativen Bereichen vor Ort hin- und hergeschoben worden. Palla sprach in diesem Zusammenhang von einer „organisierten Verantwortungslosigkeit“. Für eine bessere Pünktlichkeit brauche es klare und transparente Zuständigkeiten an den richtigen Stellen.

Sanierung als langfristige Aufgabe

Die seit Oktober amtierende Konzernchefin bezeichnete die aktuelle Lage der Deutschen Bahn als die schwerste Krise in der Unternehmensgeschichte. In den kommenden zehn Jahren soll das Schienennetz umfassend saniert werden. Gleichzeitig verfolgt der Konzern das Ziel, pünktlicher und wirtschaftlich erfolgreicher zu werden. Palla machte deutlich, dass dieser Prozess Zeit benötige. Als Orientierung nannte sie das Jahr 2035. Dann feiert die Bahn ihr 200-jähriges Bestehen. Bis dahin solle der größte Teil der anstehenden Herausforderungen bewältigt sein.

Kritik an fehlenden Konsequenzen

Nach Einschätzung der Vorstandsvorsitzenden wurden im Management Zielverfehlungen in der Vergangenheit zu selten konsequent bewertet. Auch bei mehrfach nicht erreichten Zielen habe es häufig keine spürbaren Folgen gegeben. Stattdessen habe es oftmals ausgereicht, nachvollziehbare Begründungen für das Verfehlen der Vorgaben zu liefern. Palla betonte, dass es bei der Deutschen Bahn nicht an Erkenntnissen, sondern an der Umsetzung gemangelt habe. Künftig stünden für sie messbare Ergebnisse im Mittelpunkt.

Lob für Mitarbeiter im operativen Bereich

Von ihrer Kritik nahm Palla ausdrücklich die Beschäftigten aus, die täglich im Bahnbetrieb tätig sind. Sie nannte unter anderem Zugbegleiter, Lokführer, Fahrdienstleiter, Gleisarbeiter und Disponenten. Diese Mitarbeiter müssten trotz schwieriger Rahmenbedingungen häufig improvisieren und hielten den Bahnbetrieb täglich aufrecht.

(APA/red)

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