Gastro: Neue Initiative für mehr Herkunftstransparenz
Wirtschaftskammer und Landwirtschaftskammer wollen gemeinsam digitale Lösungen für mehr Herkunftstransparenz in der Gastronomie entwickeln.
Die Herkunft von Lebensmitteln in der Gastronomie sorgt in Österreich seit Jahren für Diskussionen. Während die Landwirtschaft auf mehr heimische Produkte auf den Tellern drängt, sehen Teile der Gastronomie zusätzliche Kennzeichnungspflichten kritisch. Nun wollen Wirtschaftskammer und Landwirtschaftskammer gemeinsam nach Lösungen suchen, die mehr Transparenz ermöglichen sollen, ohne den Betrieben zusätzlichen bürokratischen Aufwand aufzubürden. WKÖ-Chefin Martha Schultz und Landwirtschaftskammer-Präsident Josef Moosbrugger haben dazu ein gemeinsames Projekt gestartet. Im Mittelpunkt stehen digitale Möglichkeiten, mit denen Gäste künftig einfacher Informationen über die Herkunft tierischer Produkte erhalten können.
Digitale Lösungen im Fokus
Ziel sei mehr Transparenz und Wahlmöglichkeit für Konsumenten, ohne die Gastronomie zusätzlich zu belasten. Gleichzeitig soll ein Maßnahmenpaket für Wirte erarbeitet werden, das Entlastungen an anderer Stelle vorsieht. Als Grundlage dient die bereits seit fast zehn Jahren bestehende Initiative „Gut zu wissen“ der Landwirtschaftskammer. Sie konzentriert sich vor allem auf die Herkunftskennzeichnung in der Gemeinschaftsverpflegung. Nach Angaben der Landwirtschaftskammer werden dabei jährlich bei knapp 95 Millionen Essensportionen an rund 1.300 Standorten die Herkunft von Milch, Fleisch und Eiern ausgewiesen. Nun soll geprüft werden, wie sich solche Informationen auch in der Gastronomie praktikabel umsetzen lassen. Eine Gruppe aus Fachleuten und Vertretern von Landwirtschaft und Gastronomie begleitet das Projekt.
Einheitliche Kennzeichnung als Ziel
Am Ende soll eine Grundlage für eine flächendeckende und einheitliche Herkunftskennzeichnung in der Gastronomie entstehen. Gleichzeitig müsse es für die Betriebe Erleichterungen an anderer Stelle geben, betonte Moosbrugger. Schultz verwies auf den hohen wirtschaftlichen Druck in der Gastronomie. Zusätzliche Belastungen dürfe es daher nicht geben. Es gebe jedoch bei den Gästen ein Interesse an mehr Informationen zur Herkunft. Deshalb soll nun ausgelotet werden, wie sich diese Transparenz digital und ohne zusätzlichen Verwaltungsaufwand herstellen lässt. Wie ein solches System konkret aussehen könnte und wann es umgesetzt werden soll, ist derzeit noch offen. Einen konkreten Zeitplan nannten WKÖ und Landwirtschaftskammer nicht.
(APA/red)