Kreuzfahrtschiffbau bleibt Europas Stärke

Italien führt beim weltweiten Bau von Kreuzfahrtschiffen und kommt bis 2039 auf 57 Prozent der Bestellungen.

15.10.2026 14:35
red04
© Adobe Stock
Kreuzfahrtschiffe und Fähren machen rund 75 Prozent der italienischen Schiffbau-Exporte aus.

Italien ist beim Bau von Kreuzfahrtschiffen weltweit führend. Einer Studie der staatlichen Förderbank Cassa Depositi e Prestiti (CDP) zufolge entfallen von 2026 bis 2039 rund 57 Prozent der weltweit bestellten Kreuzfahrtschiffe auf italienische Werften. Auch beim Auftragswert liegt Italien mit einem Anteil von 54,4 Prozent an der Spitze. Eine zentrale Rolle spielt der in Triest ansässige Schiffbaukonzern Fincantieri. Auf ihn entfallen 56 Prozent der weltweit bis 2039 zur Auslieferung vorgesehenen Kreuzfahrtschiffe. Gemeinsam mit der italienischen Werft T. Mariotti kommt das Land auf einen Anteil von 57 Prozent. Zum Vergleich: Auf die deutsche Meyer-Werft entfallen 19 Prozent der geplanten Kreuzfahrtschiffe, auf die französische Chantiers de l’Atlantique 14 Prozent.

Kreuzfahrtschiffe als europäische Spezialität

Die starke Position Italiens ist Teil einer größeren Entwicklung im europäischen Schiffbau. Während China inzwischen mehr als die Hälfte der weltweiten Schiffbauproduktion stellt und vor allem bei standardisierten Frachtern und Tankern stark ist, konzentrieren sich europäische Werften auf technisch anspruchsvollere Bereiche. Italien und Frankreich sind dabei insbesondere auf Passagierschiffe spezialisiert. Kreuzfahrtschiffe und Fähren machen rund 75 Prozent der italienischen Schiffbau-Exporte aus. In Frankreich liegt der Anteil bei 64 Prozent. Italiens Schiffbauindustrie umfasst laut CDP insgesamt 451 Unternehmen außerhalb des Jachtbaus. Neben den Werften gehören dazu zahlreiche Zulieferer und Dienstleister aus Bereichen wie Design, Ingenieurwesen, Forschung und Entwicklung, Antriebstechnik, Elektronik, Logistik sowie Wartung und Reparatur. Die Studie zeigt damit auch, wie stark der Bau moderner Kreuzfahrtschiffe über die eigentliche Werft hinaus mit weiteren Branchen verbunden ist.

(APA/red)

Beitrag teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Weitere Themen