Ryanair streicht zehn Strecken ab Wien

Ryanair zieht weitere Flugzeuge aus Wien ab und begründet die Kürzungen mit den hohen Standortkosten in Österreich.

07.10.2026 15:07
red04
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Mit dem Abzug der Flugzeuge ist auch ein Personalabbau verbunden.

Ryanair reduziert seine Präsenz am Flughafen Wien erneut. Im kommenden Winterflugplan werden nur noch zwölf Flugzeuge in Wien stationiert sein. Im Sommer waren es noch 14, im vergangenen Winter 16 Maschinen. Mit dem Abbau fallen zehn Strecken weg, auf acht davon stand Ryanair in direkter Konkurrenz zur Lufthansa-Tochter Austrian Airlines. Gestrichen werden die Verbindungen von Wien nach Kopenhagen, Marseille, Tel Aviv, Dubrovnik, Niš, Salerno, Sevilla, Warschau, Lanzarote und Riga. Auch ab Linz und Klagenfurt werden die London-Verbindungen eingestellt, wie der für Österreich zuständige Ryanair-Manager Andreas Gruber gegenüber der APA erklärte.

Hohe Standortkosten als Begründung

Ryanair-Chef Michael O’Leary begründet die Kürzungen mit den hohen Standortkosten in Österreich. Die Airline hatte in der Vergangenheit wiederholt die Abschaffung der Flugticketabgabe von zwölf Euro gefordert. Mit dem Abzug der Flugzeuge ist auch ein Personalabbau verbunden. Nach Angaben von Ryanair fallen pro nicht mehr stationiertem Flugzeug rund 20 Stellen in Cockpit und Kabine weg. Seit Herbst 2025 hat Ryanair bereits fünf Boeing-Maschinen aus Wien abgezogen. An den 14 Airbus A320 der Tochtergesellschaft Lauda Europe hielt die Airline bisher fest. Ryanair und Wizz Air waren 2018 nach der Insolvenz der Air-Berlin-Tochter Niki nach Wien gekommen und versuchten, die entstandene Lücke zu füllen. Ryanair übernahm dafür die von Niki Lauda gegründete Nachfolgeairline Laudamotion. Zwischen den Billigfluggesellschaften entwickelte sich ein intensiver Wettbewerb um Marktanteile, der zeitweise für sehr günstige Tickets sorgte. Wizz Air hat Wien im Vorjahr vollständig verlassen.

Auch Bremen verliert Ryanair

Auch in Deutschland zieht sich Ryanair von einem weiteren Flughafen zurück. In Bremen stellt die Airline ihren Betrieb ein. Nach Angaben der Landesregierung fallen dadurch rund 400.000 Passagiere pro Jahr weg, was gut einem Fünftel des gesamten Passagieraufkommens des Flughafens entspricht. Hintergrund sind auch dort die Verhandlungen über Flughafengebühren. Die Bremer Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt warf Ryanair vor, zu weitgehende Forderungen gestellt zu haben. Ryanair hatte sein Angebot zuvor bereits in Hamburg und Berlin reduziert und dies mit zu hohen Standortgebühren begründet.

(APA/red)

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