Europas Airlines kämpfen gegen höhere CO2-Kosten

Europas Fluggesellschaften wehren sich gegen die geplante Ausweitung des europäischen Emissionshandels auf weitere internationale Flüge.

08.10.2026 14:32
red04
© Adobe Stock
Die EU-Kommission schlägt nun vor, den Emissionshandel auch auf Flüge aus der EU in andere Regionen auszuweiten.

Europas Fluggesellschaften stellen sich gegen eine geplante Ausweitung des CO2-Preises im Luftverkehr. Lufthansa-Chef Carsten Spohr bezeichnete die Kosten für den Kohlendioxid-Ausstoß bereits jetzt als einen „wesentlichen Kostentreiber“ für die Unternehmen. Air-France-Chef Benjamin Smith warnte bei einer Konferenz der europäischen Fluggesellschaften in Brüssel vor weiteren Belastungen durch die geplante Reform.

Emissionshandel soll ausgeweitet werden

Hintergrund ist eine Reform des europäischen Emissionshandels (ETS). Die EU begrenzt damit die Gesamtmenge an Kohlendioxid, die bestimmte Sektoren ausstoßen dürfen. Dazu gehören neben der Industrie auch Teile des Luftverkehrs. Fluggesellschaften müssen für ihre Emissionen CO2-Zertifikate kaufen. Da die Zahl der verfügbaren Zertifikate jedes Jahr sinkt, steigen deren Kosten. Für innereuropäische Flüge müssen Airlines bereits heute Zertifikate erwerben. Die EU-Kommission schlägt nun vor, den Emissionshandel auch auf Flüge aus der EU in andere Regionen auszuweiten. Betroffen wären Verbindungen bis zu einer bestimmten Entfernung. Drehkreuze wie Istanbul oder Abu Dhabi würden damit einbezogen, Langstreckenflüge in die USA oder nach China hingegen nicht.

Airlines befürchten höhere Ticketpreise

Die EU-Kommission begründet die geplante Ausweitung mit mehr Chancengleichheit. Europäische Fluggesellschaften mit Drehkreuzen etwa in Frankfurt, Paris oder Mailand sollen gegenüber Airlines mit Drehkreuzen außerhalb der EU nicht benachteiligt werden. Die Fluggesellschaften sehen das anders. Die Erweiterung würde aus ihrer Sicht auch für europäische Airlines zusätzliche Kosten verursachen und damit die Ticketpreise erhöhen. Sie wollen deshalb erreichen, dass die Ausweitung im Zuge der laufenden Reform wieder gestrichen wird. Verhandlungen über die Vorschläge laufen derzeit im Europaparlament und im Rat der 27 EU-Länder. Die Airlines fordern außerdem, dass ein größerer Teil der staatlichen Einnahmen aus dem Emissionshandel in die Förderung sauberer Kraftstoffe fließt.

(APA/red)

Beitrag teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Weitere Themen