Tourismusstrategie Vision T soll Betriebe stärken

Mit 25 Maßnahmen will das Tourismusministerium die Wirtschaftskraft der Betriebe erhöhen und Österreich als Ganzjahresdestination weiterentwickeln.

27.10.2026 9:06
red04
© APA/MAX SLOVENCIK
Bis 2035 soll die jährliche Wertschöpfung im Tourismus von zuletzt knapp 23 Mrd. auf 35 Mrd. Euro steigen.

Die Nachfrage im heimischen Tourismus stimmt, die Erträge hinken allerdings hinterher. „In der Qualitätshotellerie sind die Margen seit 2021 von 30 auf 20 Prozent gesunken“, verdeutlichte Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner (ÖVP) am Freitag. Mit der nationalen Tourismusstrategie „Vision T“ und dem nun präsentierten Aktionsplan 2026/27 soll die Branche als wichtiger Wirtschaftsmotor gestärkt werden. Der Arbeitsplan bis Ende 2027 umfasst 25 Maßnahmen in fünf Tätigkeitsfeldern. Ziel ist es, die bis 2035 gesteckten Vorgaben Schritt für Schritt umzusetzen. Als zentrale Instrumente nennt Zehetner die Österreichische Hotel- und Tourismusbank (ÖHT) als Förderbank sowie die Österreich Werbung (ÖW), die für mehr internationale Wertschöpfung sorgen soll.

Aktionsplan für die Ziele 2035

Bis 2035 soll die jährliche Wertschöpfung im Tourismus von zuletzt knapp 23 Mrd. auf 35 Mrd. Euro steigen. Gleichzeitig soll die Zahl der Ganzjahresbeschäftigten von derzeit rund 136.000 Vollzeitäquivalenten auf 160.000 wachsen. Der Nächtigungsanteil in den Nebensaisonen soll von 53 auf mehr als 60 Prozent steigen. „Wir müssen jedes Jahr einen Aktionsplan dahinterstellen“, betonte Zehetner. Im Mittelpunkt stehen derzeit die Wirtschaftskraft und Resilienz der Betriebe. 2025 konnte im Rahmen der gewerblichen Tourismusförderung mit 23 Mio. Euro ein Investitionsvolumen von 500 Mio. Euro ausgelöst werden. Die Fördereffizienz soll nun weiter gesteigert und die Abwicklung beschleunigt werden. Zusätzlich zum bestehenden Förderangebot soll künftig auch Risikokapital für die Hotellerie ermöglicht werden. Eine entsprechende Studie ist in Arbeit.

Mehr Gäste in der Nebensaison

Auch die internationale Vermarktung bleibt ein Schwerpunkt. Drei Viertel der Nächtigungsbuchungen entfallen auf ausländische Gäste. Gleichzeitig soll die Nachfrage in den Nebensaisonen steigen, um den Ganzjahrestourismus voranzutreiben und mehr durchgängige Beschäftigung zu ermöglichen. Für die kommende Wintersaison richtet sich der Fokus unter anderem auf Polen, Tschechien und Deutschland. Beworben werden dort etwa Winterwandern und Hüttenkulinarik. Der zunehmende Schneemangel infolge des Klimawandels macht die Ausweitung des Angebots über die klassische Skisaison hinaus wichtiger.

Unterstützung für die Landgastronomie

Auch das Landgasthaus-Sterben steht auf der Agenda. „Die traditionellen Gasthäuser sind besonders wichtig – sie sind im zentralen Leben vor Ort verankert“, sagte Zehetner. Eine Studie soll Erfolgs- und Risikofaktoren untersuchen und zeigen, wie die Politik Betriebe beim Wandel unterstützen kann. Bei Betriebsübergaben ist eine Förderung von bis zu 8.000 Euro möglich. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Arbeitsmarkt. Junge Menschen und ältere Arbeitnehmer sollen stärker für den Tourismus gewonnen werden. Bei den rund 250.000 Beschäftigten im Tourismus sind beide Gruppen derzeit vergleichsweise schwach vertreten. Zehetner verwies auch auf die Möglichkeit der Aktivpension ab 1. Jänner 2027.

Wintersaisoniers weiter offen

Unterdessen wartet die Branche weiterhin auf die Verordnung für das Kontingent der Wintersaisonniers aus Drittstaaten. Die Verhandlungen mit dem Sozialministerium laufen. Die Wirtschaftskammer und die Österreichische Hotelvereinigung fordern rasch Planungssicherheit für die Betriebe. „Wir sind nach wie vor in Verhandlungen und wir sind zuversichtlich, dass es kommen wird, zeitnah“, sagte Zehetner.

(APA/red)

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