Tirol vorneweg: Camping in Österreich im Aufwind

Mit über drei Millionen Nächtigungen im ersten Halbjahr 2025 verzeichnet die Campingbranche in Österreich ein kräftiges Wachstum.

29.08.2025 10:02
red04
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Die Campingbranche verzeichnete im ersten Halbjahr 2025 einen Zuwachs von 12,4 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Die Campingbranche in Österreich blickt auf ein starkes erstes Halbjahr 2025 zurück. Insgesamt wurden laut Statistik Austria mehr als 3 Millionen Nächtigungen auf heimischen Camping- und Stellplätzen gezählt – das entspricht einem Zuwachs von 12,4 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Besonders eindrucksvoll fällt der April ins Gewicht: Während 2024 noch rund 178.000 Nächtigungen verzeichnet wurden, waren es heuer bereits über 357.000 – also doppelt so viele wie im Vorjahr.

Rekord-April

Tomas Mehlmauer, Präsident des Österreichischen Campingclubs (ÖCC), führt den starken April vor allem auf günstige Rahmenbedingungen zurück: „Die Saison hat heuer erst mit April – dann dafür aber mit voller Kraft – so richtig begonnen. Während im März noch deutlich weniger gecampt wurde als im Vorjahr, haben sich die Nächtigungen auf den heimischen Campingplätzen im April verdoppelt. Das hat vor allem mit den trockenen und milden Temperaturen sowie den Osterferien zu tun.“ Weniger erfreulich präsentierte sich der Mai: Ein außergewöhnlich kühles Frühjahr brachte ein Nächtigungsminus von rund 25 Prozent. Trotz dieser wetterbedingten Schwankungen sieht Mehlmauer den Campingtourismus langfristig stabil: „Auch, wenn Schlechtwetter phasenweise zu Rückgängen führt, bewegen sich die Nächtigungszahlen seit Jahren auf hohem Niveau – Campen ist also definitiv kein vorübergehender Trend, sondern eine feste Größe im österreichischen Tourismus.“

Tirol als Spitzenreiter

Regional zeigt sich Tirol einmal mehr als Spitzenreiter: Mit über 906.000 Nächtigungen liegt das Bundesland klar vor Kärnten (rund 666.000) und Salzburg (ca. 323.000). Die Steiermark, das Burgenland und Oberösterreich folgen mit jeweils über 200.000 Übernachtungen. In Vorarlberg, Niederösterreich und Wien liegen die Zahlen deutlich darunter. Bemerkenswert ist dabei, dass Tirol nicht nur im Sommer, sondern auch in den Wintermonaten besonders stark gefragt ist. So wurde dort bereits in den ersten Monaten des Jahres – insbesondere während der Skisaison bis März – überdurchschnittlich häufig gecampt. Kärnten punktete hingegen vor allem im Sommer durch seine Seenlandschaften und warmen Temperaturen.

Wetterdelle im Juli

Der Juli brachte dann einen spürbaren Dämpfer: Kühl-nasses Wetter führte in weiten Teilen des Landes zu einem Rückgang der Campingnachfrage. Viele Reisende zog es stattdessen in den Süden Europas, etwa nach Italien oder Kroatien. Dennoch zeigt sich der August bislang freundlicher, und die Sommersaison dürfte laut Einschätzungen des ÖCC trotz Juli-Delle ein insgesamt zufriedenstellendes Ergebnis liefern. Auch der österreichweite Tourismus verzeichnet zur Halbzeit der Sommersaison neue Rekordzahlen bei den Nächtigungen. Besonders Tirol trägt wesentlich dazu bei: Allein von Mai bis Juli entfiel mehr als ein Viertel der Nächtigungen österreichweit auf dieses Bundesland. Während es österreichweit im Juli ein Minus von 1,3 Prozent gab, legte Tirol sogar leicht zu.

Camping soll sichtbarer werden

Abseits der reinen Statistik arbeitet der Österreichische Campingclub kontinuierlich daran, Camping als Urlaubsform noch attraktiver zu gestalten. Neben persönlicher Reiseberatung und einer eigenen Campingzeitschrift profitieren ÖCC-Mitglieder von Ermäßigungen bei über 3.800 Campingplätzen im In- und Ausland sowie von Vorteilen bei der Miete von Wohnmobilen. „Es ist uns ein Anliegen, sowohl unsere langjährigen, erfahrenen Mitglieder, als auch Camping-Einsteiger bestmöglich zu unterstützen und dabei vor allem auch die Campingplätze im Land mit ihren attraktiven Angeboten sichtbar zu machen“, betont Mehlmauer. Insgesamt deutet alles darauf hin, dass der Campingtourismus auch 2025 ein wichtiger Pfeiler des heimischen Tourismus bleiben wird – wetterbedingte Ausschläge inklusive.

(PA/red)

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