Reiselust ist trotz Teuerungen ungebrochen

Im Schnitt möchten die Befragten einer Verkehrsbüro-Studie heuer 21 Tage urlauben - länger als im Vorjahr.

13.01.2026 14:56
Redaktion
© Adobe
Freiheitsstatue

Die Preise sind stark gestiegen, doch Urlauben steht weiterhin hoch im Kurs. “Die Reiselust ist ungebrochen groß”, hielt der Geschäftsführer des Tourismuskonzerns Verkehrsbüro, Michele Fanton, in einer Pressekonferenz fest. Heuer beträgt das Urlaubsbudget laut Umfrage im Schnitt 2.209 Euro pro Person – um 136 Euro mehr als im Vorjahr. “Das ist für uns ein Sinnbild, welchen Stellenwert das Reisen für die Österreicherinnen und Österreicher hat”, so Vorständin Birgit Wallner.

Die Befragten hätten gesagt, “dass sie zu 90 Prozent mindestens eine Reise, einen Urlaub machen werden”, sagte Wallner mit Blick auf eine Online-Erhebung bei 1.550 Menschen in Österreich über 18 Jahren. Die Umfrage führte Marketagent zwischen 4. und 12. November durch. “Damit sind wir wieder auf dem Niveau wie wir es 2015/16 waren.”

Länger Urlauben

Im Schnitt möchten die Befragten heuer 21 Tage urlauben – um einen Tag mehr als 2025. Der durchschnittliche Haupturlaub soll oder wird 12 Tage dauern. “Das ist auch ein Tag mehr als es noch im letzten Jahr war”, erklärte die Verkehrsbüro-Vorständin am Dienstag.

Am meisten geben die Tirolerinnen und Tiroler mit je 2.517 Euro fürs Urlauben aus. “Sie sind seit Jahren Spitzenreiter, Wien ist (mit 2.428 Euro, Anm.) auch sehr weit oben gerankt – für 2026 an zweiter Stelle.”

Viele sparen

Angesichts der sich ändernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen – unter anderem Inflation und Sorge um den Job – wollen viele beim Urlauben sparen, indem sie Nebensaisonen buchen und Frühbucherboni bei Reiseveranstaltern nützen. “Bis Ende Februar gibt es bis zu 40 Prozent Frühbucherbonus”, vermerkte der Geschäftsführer des Verkehrsbüros, zu dem auch die österreichweit 68 Ruefa-Reisebüros gehören. Daneben seien auch All-inclusive- und Last-Minute-Angebote relevant. “Das sind die Themen, auf die die Menschen schauen”, berichtete Wallner.

43 Prozent der Befragten (plus 2 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr) bleiben vom Umfeld unbeeindruckt beziehungsweise unbetroffen. 15 Prozent gaben an, bei anderen Ausgaben zu sparen, aber nicht beim Urlaub.

Österreich und USA im Minus

Die meisten urlauben im europäischen Ausland oder in Österreich. Fast ein Viertel zieht für seinen Haupturlaub eine Fernreise in Betracht. Als Destination deutlich weniger gefragt als im Vorjahr sind Österreich und die USA. 66 Prozent wollen heuer auch einen Urlaub in Österreich machen – das sind um 6 Prozent weniger als im Vorjahr. “Das hängt mit dem Wetter zusammen und das Preisniveau wird sich mittlerweile auch auswirken – das sind die Gründe, die ich dahinter vermute”, sagte Wallner.

Top-Fernreiseziel ist heuer Thailand mit 15 Prozent und einem Plus gegenüber dem Vorjahr von 2 Prozentpunkten. Dafür sackten die USA laut Umfrage um 5 Prozentpunkte auf 11 Prozent ab und rutschten bei den Reisewünschen auf Platz zwei ab. Die tatsächlichen Buchungszahlen des Verkehrsbüros sprechen mit einem Minus von 20 Prozent eine noch deutlichere Sprache. “Und das Minus wird sich auch heuer tendenziell fortsetzen – innerhalb von wenigen Jahren werden sich die USA-Umsätze bis 2027 gegenüber 2024 halbieren”, sagte Fanton. Auf die Frage, ob der Grund dafür nur einen Namen (Donald Trump, Anm.) habe, antwortete er: “Kein Kommentar dazu.”

Kommentar:
Gerade weil für viele Österreicher das Reisen in Länder mit starken Volkswirtschaften – auch ins eigene – angesichts steigender Kosten schwerer leistbar wird, wirken politisch motivierte Erklärungen oft wie eine bequeme Ersatzbegründung. Wer genügend Geld hat, lässt sich weder von ruppigen Staatsoberhäuptern noch von grantigen Einheimischen aufhalten.

(APA/red)

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