Vorarlbergs Touristiker setzen auf Tagestourismus
Künftig soll der Fokus verstärkt auf Tagesausflüglern liegen, welche jährlich 400 Millionen Euro zum Tourismus beitragen.
Vorarlberg will künftig nicht nur Übernachtungsgäste, sondern auch Tagesausflügler stärker in den Fokus seiner Tourismusstrategie rücken. Eine aktuelle Studie zeigt, dass jährlich rund 7,5 Millionen Tagesgäste die touristischen Angebote des Landes nutzen – etwa die Hälfte davon Einheimische. Mit einem Umsatz von 400 Millionen Euro tragen sie ein Fünftel zum gesamten Tourismuseinkommen bei.
Herkunft und Nutzung der Tagesgäste
Die Untersuchung „Freizeit- und Naherholungstourismus in Vorarlberg“, erstellt von der Universität St. Gallen im Auftrag der Vorarlberg Tourismus GmbH, liefert detaillierte Zahlen zur Herkunft der Ausflügler: 50 Prozent stammen aus dem Bundesland selbst, 30 Prozent aus Deutschland und 20 Prozent aus der Ostschweiz sowie Liechtenstein. Neben den rund 9,3 Millionen Übernachtungsgästen gewinnen die Verantwortlichen damit ein weiteres wirtschaftlich relevantes Publikum für das Land.
Sommerlicher Schwerpunkt bei Ausflügen
Die Studie zeigt, dass Tagesgäste vor allem im Sommer aktiv sind. Rund 4,8 Millionen von ihnen besuchen Vorarlberg in den warmen Monaten. Besonders der Tagestourismus aus Süddeutschland nach Bregenz spielt eine wichtige Rolle. Viele Gäste verbinden ihren Ausflug nach Vorarlberg mit einem Urlaub am deutschen Bodenseeufer. Beliebt sind vor allem Seilbahnen, Schwimmbäder, Gastronomie und Kulturangebote. Damit leisten Tagesgäste einen Beitrag zur ganzjährigen Auslastung und zur Finanzierung der touristischen Infrastruktur.
Maßnahmen zur Wertschöpfung
Landesrat Marco Tittler (ÖVP) betont, dass ein gestärkter Tagestourismus positive Effekte auf die Wirtschaftsleistung und die Standortqualität hat. Aufbauend auf den Studienergebnissen sollen gezielt Angebote entwickelt werden, die Ausflügler zu wiederholten Besuchen oder zu zusätzlichen Leistungen animieren. Dazu zählen etwa Kombiangebote, die Nutzung von Bus und Bahn erleichtern und die mögliche Ausweitung der Erlebniskarte V-Card als Ganzjahresangebot. Christian Schützinger, verantwortlich für die touristische Entwicklung, erklärte, dass es nicht vorrangig um die Steigerung der Besucherzahlen gehe. Vielmehr solle die Wertschöpfung steigen, da die Zielgruppen bereit seien, für hochwertige Angebote mehr Geld auszugeben. Digital bereitgestellte Informationen, Inspiration und Service sollen dabei künftig eine zentrale Rolle spielen.
(APA/red)