Streit um Herkunftsangabe in der Gastronomie
Bauernbund und Hoteliervereinigung stehen sich in der Frage nach Herkunftsangaben für Lebensmittel in der Gastronomie gegenüber.
Die Diskussion über verpflichtende Herkunftsangaben in Restaurants und Hotels ist neu entfacht. Anlass ist eine erneute Forderung des ÖVP-Bauernbundes, wonach Fleisch, Milch, Eier und andere sensible Lebensmittel auch außer Haus klar gekennzeichnet werden sollten.
Transparenz für Konsumenten
Der Bauernbund betont, dass Verbraucher auch beim Essen in der Gastronomie auf einen Blick erkennen können müssen, woher die Produkte stammen. Die Menschen sollen demnach „am Wirtshaustisch genauso Bescheid wissen wie beim Einkauf im Supermarkt“, erklärte Bauernbund-Direktorin Corinna Weisel. Hintergrund der Initiative ist unter anderem die Sorge, dass durch das EU-Mercosur-Freihandelsabkommen mehr Fleisch zollfrei nach Europa gelangen könnte.
Hoteliervereinigung warnt vor Bürokratie
Die Hoteliervereinigung ÖHV lehnt die Forderung ab. Präsident Walter Veit bezeichnete die Idee als „Planwirtschaftsfantasie“ und verwies auf den organisatorischen Aufwand, der mit einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung verbunden wäre. Bei wechselnden Lieferanten und saisonalen Produkten sei es kaum praktikabel, die Speisekarten ständig anzupassen. Zudem würden zusätzliche Arbeit und Bürokratie zu höheren Kosten und Preisen für die Gäste führen.
Regionalität und Qualität
Statt verpflichtender Herkunftsangaben setzt die ÖHV auf Regionalität und hochwertige heimische Produkte als Verkaufsargument. Veit betonte, dass diese bereits den Bauern zugutekommen und gleichzeitig den Gästen klare Qualitätsmerkmale bieten. Für mehr Transparenz könnten laut Veit auch höhere Tierwohl-Kriterien sorgen, ohne dass Gastronomen bürokratisch belastet würden.
(APA/red)