Steuersenkung soll britische Pubs vor dem Aus retten
Die britische Regierung senkt die Gewerbesteuer für Pubs um 15 Prozent, um massive Schließungen zu bremsen und Betriebe finanziell zu entlasten.
Angesichts eines anhaltenden Rückgangs der traditionellen britischen Pubs hat die Regierung in London ein steuerliches Entlastungspaket für die Branche angekündigt. Ziel ist es, der sinkenden Zahl an Kneipen entgegenzuwirken und akute finanzielle Belastungen abzumildern.
Pubs unter Druck
Britische Pubs stehen seit Jahren unter erheblichem Druck. Seit 2010 wurden rund 7.000 Pubs geschlossen, was etwa einem Rückgang von 15 Prozent entspricht. Ursachen dafür sind steigende Lebenshaltungskosten der Kunden, höhere Betriebskosten und veränderte Konsumgewohnheiten. Im vergangenen Jahr schloss laut Verbänden im Durchschnitt etwa ein Pub täglich. Die British Beer and Pub Association hatte wiederholt vor einem „Pub-Sterben“ gewarnt und eine Senkung der Steuerlast gefordert, um weitere Schließungen und Arbeitsplatzverluste zu verhindern.
Entlastungspaket im Überblick
Die Regierung unter Premierminister Keir Starmer senkt die Gewerbesteuer für Pubs ab April um 15 Prozent. Der neue Steuersatz soll für zwei Jahre stabil bleiben. Die Maßnahme gilt zunächst für England, es sind aber auch Unterstützungen für Schottland und Wales geplant. Für den durchschnittlichen Pub bedeutet das eine Ersparnis von rund 1.650 Pfund pro Jahr. Zudem sollen Bewertungsmethoden für die Steuern überprüft und Maßnahmen zur Stärkung von Einzelhandel und Gastronomie entwickelt werden.
Positive und kritische Reaktionen
Branchenverbände loben die angekündigte Steuersenkung. Die Chefin der British Beer and Pub Association betonte, dass die Entlastung vielen Betrieben helfe, offen zu bleiben. Kritiker sehen das Paket jedoch als unzureichend und fordern tiefgreifendere Reformen, etwa dauerhafte Mehrwertsteuersenkungen oder eine grundlegende Anpassung der Gewerbesteuer. Vor der aktuellen Entscheidung hatten einige Pub-Betreiber bereits drastisch auf die ursprünglich geplanten Steueränderungen reagiert und lokalen Abgeordneten Hausverbot erteilt, um auf ihre schwierige Lage aufmerksam zu machen.
Existenzängste bei Betreibern
Die Entlastung kommt nach heftiger Kritik an den ursprünglichen Steuerplänen der Labour-Regierung. Diese hatten bei vielen Betreibern zusätzliche Existenzängste ausgelöst. Ob die aktuelle Steuersenkung die Pub-Landschaft langfristig stabilisiert, bleibt offen. Branchenvertreter betonen, dass strukturelle Reformen nötig sind, um die wirtschaftliche Basis der Gastronomie nachhaltig zu sichern. Gleichzeitig bleiben steigende Kosten für Energie und Personal sowie veränderte Konsumgewohnheiten eine Herausforderung.
(red)