Billigflieger Wizz Air schreibt rote Zahlen

Wizz Air hat im dritten Quartal einen höheren Verlust von 123,9 Millionen Euro ausgewiesen, übertraf aber die Markterwartungen.

29.01.2026 13:10
red04
© Adobe Stock
Analysten rechneten im Vorfeld mit einem Fehlbetrag von rund 138 Millionen Euro.

Die ungarische Billigfluggesellschaft Wizz Air hat im dritten Quartal ihres Geschäftsjahres einen deutlichen Verlust ausgewiesen. In den drei Monaten bis Ende Dezember belief sich das operative Minus auf 123,9 Millionen Euro, nach 75,9 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten im Vorfeld mit einem noch höheren Fehlbetrag von rund 138 Millionen Euro gerechnet. Trotz des gestiegenen Verlustes übertraf Wizz Air damit die Erwartungen des Marktes.

Gestiegene Abschreibungen und technische Probleme

Hauptursache für den Verlust seien gestiegene Abschreibungen auf ältere Flugzeuge, erklärte das Unternehmen. Zudem hat Wizz Air seit längerem mit Problemen bei den Triebwerken des Herstellers Pratt & Whitney zu kämpfen. Diese technischen Schwierigkeiten führten immer wieder zu Ausfällen von Maschinen und beeinträchtigten den planmäßigen Flugbetrieb. Konzernchef Jozsef Varadi betonte, dass sich die Fluggesellschaft schrittweise von diesen Herausforderungen erholt und Maßnahmen ergreift, um die Auswirkungen auf den Betrieb zu begrenzen. Die Airline steht zudem in anderen Bereichen unter regulatorischer Beobachtung: So hat die italienische Wettbewerbsbehörde AGCM Wizz Air im November 2025 mit einer Geldbuße von 500 000 Euro belegt. Grund war irreführende Werbung für das Jahresabo „Wizz All You Can Fly“, das in der Bewerbung als nahezu unbegrenzte Flüge dargestellt worden sei, während wesentliche Einschränkungen nicht klar genug kommuniziert worden seien.

Perspektiven der Airline

Wizz Air gehört zu den größten Billigfluggesellschaften Europas und bedient vor allem Strecken innerhalb Europas sowie nach Nordafrika und in den Nahen Osten. In den vergangenen Jahren investierte die Airline stark in neue Flugzeuge, um die Flottenalterung abzufedern und die Betriebseffizienz zu erhöhen. Die Kombination aus gestiegenen Abschreibungen und anhaltenden Triebwerksproblemen hat jedoch das operative Ergebnis belastet. Trotz dieser Schwierigkeiten zeigt das Quartalsergebnis, dass Wizz Air die Markterwartungen übertreffen konnte. Analysten beobachten nun, ob die Airline in den kommenden Monaten ihre Stabilisierung fortsetzen und wieder nachhaltig profitable Quartale erreichen kann – ein Faktor, der angesichts steigender Betriebskosten und der volatilen Lage in der globalen Luftfahrtbranche von zentraler Bedeutung ist.

(APA/red)

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