Südtiroler Ort setzt Grenzen für Instagram-Tourismus

Mit Schranken, Parkgebühren und Fußwegen will Funes Tagesbesucher reduzieren und gleichzeitig nachhaltigen Tourismus fördern.

02.02.2026 10:37
red04
© Adobe Stock
Vor allem die Kirche Santa Maddalena vor der Dolomitenkulisse zieht Besucher aus aller Welt an.

Das südtiroler Dorf Funes, insbesondere der Ortsteil St. Magdalena, reagiert auf den wachsenden Zustrom von Foto-Touristen. Vor allem die Kirche Santa Maddalena vor der Dolomitenkulisse zieht Besucher aus aller Welt an. Ab Mai 2026 sollen Zufahrtsstraßen durch Schranken gesperrt werden: Nur Anwohner und Gäste mit Übernachtungsbuchung dürfen direkt ins Dorf. Tagesbesucher müssen in Talbereichen parken und etwa 15 Minuten zu Fuß zu den Sehenswürdigkeiten gehen. Auch die Parkgebühren werden erhöht, um spontane Kurzbesuche unattraktiv zu machen.

„Klick-und-weg“-Tourismus

Viele Besucher kommen nur für ein Foto und verbringen kaum Zeit vor Ort. Das führt zu überfüllten Parkplätzen, blockierten Straßen und Belastungen für die Dorfgemeinschaft. Um dem entgegenzuwirken, plant die Gemeinde Schranken und Kameras zur Zugangskontrolle. Ziel ist es, den Alltag der rund 2.500 Einwohner zu schützen und gleichzeitig den Tourismus zu ermöglichen. Die weltweite Verbreitung von Bildern der Kirche Santa Maddalena in sozialen Medien wie Instagram und TikTok hat das Dorf plötzlich international bekannt gemacht. Diese Sichtbarkeit führt zu starkem Besucheraufkommen, das die Infrastruktur belastet und oft nur kurzfristige Aufenthalte fördert, während der wirtschaftliche Nutzen begrenzt bleibt.

Nachhaltiger Tourismus als Ziel

Die neuen Regelungen sollen den Druck durch Tagesbesucher verringern, ohne den Tourismus vollständig auszuschließen. Durch kontrollierten Zugang, längere Fußwege und angepasste Parkpreise sollen Gäste zu längeren, bewussteren Aufenthalten angeregt werden. Funes zeigt damit, wie kleine Gemeinden auf den Social-Media-Tourismus reagieren und einen Mittelweg zwischen Besucheraufkommen und Lebensqualität suchen.

(red)

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