Wasserstoff-Reisebus testet emissionsfreie Fahrten

Der erste wasserstoffbetriebene Reisebus auf Basis eines Setra-Fahrzeugs soll eine Reichweite von rund 800 Kilometern bieten und sich für touristische Einsätze eignen.

04.02.2026 11:58
red04
© Henrik Morlock / FEV Group
Das Projekt soll zeigen, wie alternative Antriebstechnologien im Reisebusbereich eingesetzt werden könnten.

In einem gemeinsamen Projekt haben FEV und Daimler Buses den ersten Reisebus mit wasserstoffbasiertem Brennstoffzellenantrieb realisiert. Der Technologieträger „H2 Coach“ basiert auf einem konventionellen Setra-Reisebus und dient zunächst zu Erprobungszwecken. Das Projekt soll einen wichtigen Schritt hin zu lokal emissionsfreien Langstreckenfahrten markieren und zeigen, wie alternative Antriebstechnologien im Reisebusbereich eingesetzt werden könnten.

Reichweite, Betankung und Betriebskomfort

Der „H2 Coach“ soll Reichweiten von rund 800 Kilometern pro Tankfüllung ermöglichen und kurze Betankungszeiten aufweisen. Zudem soll der geräuscharme Betrieb den Fahrkomfort erhöhen, was ihn für touristische Einsätze interessant erscheinen lässt. Damit soll der Bus nach Ansicht der Entwickler die Praxistauglichkeit von Brennstoffzellenantrieben auch auf längeren Strecken demonstrieren.

Systemintegration

Daimler Buses und FEV führten gemeinsam die Transformation des Antriebsstrangs vom Diesel- zum Brennstoffzellen-Elektrofahrzeug durch. Nach Erstellung des Gesamtfahrzeugkonzepts übernahm FEV die mechanische sowie die elektrische und elektronische Integration. Die einzelnen Komponenten – darunter Brennstoffzelle, Hochvolt-Systeme, Batterie und Elektromotor, Wasserstoff-Tankbaugruppen sowie Steuergeräte mit zugehöriger Software – stammten aus unterschiedlichen Technologieplattformen von Daimler Buses und Daimler Truck. FEV integrierte diese Komponenten zu einem funktionsfähigen Antriebsstrang, wodurch ein erprobungsfähiges Gesamtfahrzeug entstehen soll.

Sicherheit als zentrales Thema

Ein weiterer Schwerpunkt der Entwicklung lag auf der Sicherheit. Für verschiedene Crash-Lastfälle wurden Maßnahmen erarbeitet, ebenso für die funktionale Sicherheit der Hochvolt- und Wasserstoffsysteme. Der „H2 Coach“ soll somit den hohen Sicherheitsanforderungen im Personenverkehr entsprechen und zeigen, dass alternative Antriebe keine Kompromisse beim Schutz der Fahrgäste erfordern. Klaus Wolff, Vice President Project Management bei FEV, erklärt, dass das Projekt eindrucksvoll zeigen soll, wie komplexe Subsysteme zu einem sicheren Gesamtfahrzeug integriert werden können, wenn Fahrzeug-, Powertrain- und E/E-Kompetenz aus einer Hand kommen.

Leistungsfähigkeit und Übergabe

Der Bus verfügt über ein Brennstoffzellenaggregat mit 300 Kilowatt elektrischer Leistung sowie zwei Wasserstofftanks mit einer Gesamtkapazität von 46 Kilogramm. Der Zentralmotor soll 320 Kilowatt Dauerleistung und bis zu 400 Kilowatt Maximalleistung liefern, unterstützt durch ein integriertes Batteriesystem zur Zwischen- und Spitzenlastspeicherung. Nach rund zwei Jahren gemeinsamer Projektlaufzeit wurde der „H2 Coach“ nach erfolgreicher TÜV-Abnahme und bestandenen EMV-Prüfungen im Sommer 2025 an Daimler Buses übergeben. Die Entwickler betonen, dass die enge Zusammenarbeit zwischen FEV und Daimler Buses ein wesentlicher Erfolgsfaktor des Projekts gewesen sein soll. Durch die Kooperation konnte die maßgeschneiderte Lösung vom Konzept bis zur Zulassung realisiert werden. Der „H2 Coach“ soll nach Einschätzung der Beteiligten nicht nur technische Möglichkeiten aufzeigen, sondern auch Perspektiven für den Einsatz von Wasserstoffbussen im touristischen Verkehr liefern.

(PA/red)

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