KI sorgt für Verwirrung bei Touristen in Tasmanien

In Tasmanien suchten Touristen die „Weldborough Hot Springs“ – eine heiße Quelle, die es nur auf einer KI-generierten Webseite gab.

05.02.2026 15:18
red04
© Adobe Stock
In Weldborough im Nordosten Tasmaniens gibt es gar keine Hot Springs.

In Tasmanien haben Reisende in letzter Zeit immer wieder versucht, eine heiße Quelle zu besuchen, die es in Wirklichkeit gar nicht gibt. Die sogenannte „Weldborough Hot Springs“ wurde auf einer KI-generierten Reisewebseite empfohlen – und sorgte für Enttäuschung bei zahlreichen Touristen.

Vom Klick zum Irrweg

Eine australische Reisewebseite veröffentlichte im Sommer 2025 einen Blogartikel mit dem Titel „7 Best Hot Springs Tasmania Experiences for 2026“. Darin wurde unter anderem die „Weldborough Hot Springs“ als idyllisches Ausflugsziel beschrieben – mitten im Wald, mit Mineralquellen und entspannendem Wasser. Viele Leser machten sich daraufhin auf den Weg und fuhren nach Weldborough im Nordosten Tasmaniens. Doch statt heißer Quellen fanden sie nur den kalten Weld-River und ländliche Umgebung. Die Hot Springs existieren schlicht nicht.

Künstliche Intelligenz als Quelle

Der Betreiber des Reiseunternehmens, Scott Hennessy, erklärte, dass die Inhalte von einer künstlichen Intelligenz erstellt wurden und ohne übliche Prüfung veröffentlicht worden seien. Hennessy betonte, dass das Unternehmen kein Betrug sei, sondern ein kleiner Familienbetrieb, der lediglich auf KI-basierte Vorschläge gesetzt habe. Die betreffende Webseite wurde inzwischen gelöscht. Einige Einheimische nahmen die Situation mit Humor. So bot etwa die Wirtin des Weldborough Hotel Besuchern ein Gratis-Bier an, falls jemand die heiß erscheinenden Quellen tatsächlich finden könne.

Warnsignal für Reisebranche

Tourismus- und KI-Experten weisen auf ein wachsendes Problem hin: KI-Systeme können Inhalte erzeugen, die zwar glaubwürdig wirken, aber auf keinen realen Fakten basieren. Besonders bei wenig bekannten Reisezielen kann dies zu Fehlinformationen und enttäuschten Touristen führen. Der Fall Weldborough zeigt, dass KI-Reiseempfehlungen nützlich, aber auch trügerisch sein können. Wer verreist, sollte weiterhin mehrere verlässliche Quellen prüfen – zum Beispiel offizielle Tourismusseiten, Karten oder Erfahrungsberichte anderer Reisender.

(red)

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