Tiroler Hotels arbeiten an barrierefreien Angeboten
Ein Leitfaden und Workshops sollen Hotels und Freizeitbetrieben in Tirol dabei helfen, Hürden für Gäste zu reduzieren.
Das Projekt „Barrieren abbauen, Chancen nutzen“ von Innsbruck Tourismus und dem Tourismusverband Seefeld ist abgeschlossen. Ziel war es, Barrieren für Menschen mit Einschränkungen im Urlaub sichtbar zu machen und praxisnahe Lösungen für Hotels und andere touristische Betriebe zu entwickeln.
Sensibilisierung für Bedürfnisse aller Gäste
Im Frühjahr 2024 startete das Projekt, unterstützt vom Regionalmanagement Innsbruck Land und begleitet von der ÖZIV, der österreichischen Interessenvertretung für Menschen mit Behinderungen. Gastgeber und Fachleute sollten ein besseres Verständnis für die Herausforderungen von Menschen mit Einschränkungen bekommen und lernen, wie sie ihren Betrieb barrierefreundlicher gestalten können.
Aus erster Hand erfahren
Ein zentraler Bestandteil waren Workshops, bei denen die Teilnehmer selbst in die Perspektive von Menschen mit körperlichen oder kognitiven Einschränkungen schlüpften – zum Beispiel mit Rollstühlen oder Simulationsgeräten. So konnten sie Alltagshürden direkt erleben und besser nachvollziehen, wo kleine oder größere Veränderungen nötig sind.
Praxisleitfaden für Barrierefreundlichkeit
Als Ergebnis entstand ein Leitfaden mit konkreten Tipps, wie Betriebe Barrieren abbauen können. Dabei geht es nicht nur um die Zimmer, sondern auch um barrierefreie Freizeitangebote, Wanderwege und gut zugängliche Informationen schon vor der Reise. Der Leitfaden richtet sich an alle touristischen Anbieter in Tirol. Teilnehmende Hotels berichteten, dass die Workshops ihren Blick für die Bedürfnisse von Gästen mit Einschränkungen geschärft hätten. Schon kleine Anpassungen – von der Website bis zur Zimmergestaltung – können laut den Teilnehmern einen großen Unterschied machen.
Blick nach vorne
Vertreter von Innsbruck Tourismus und ÖZIV betonten, dass Inklusion ein fortlaufender Prozess ist. Auch bei Veranstaltungen und künftigen Projekten wie den Deaflympics 2027 soll das Thema weiter vorangetrieben werden. Das Projekt wurde über das EU-Förderprogramm LEADER unterstützt. Für die Beteiligten ist der Abschluss nicht das Ende, sondern der Startpunkt, um die Zugänglichkeit und Teilhabe im Tourismus langfristig zu verbessern.
(PA/red)