AUA erhöht Druck auf Regierung

Die AUA drängt auf eine Entlastung bei Steuern und Abgaben und warnt vor Folgen für Investitionen und Langstreckenverkehr in Wien.

02.10.2026 10:36
red04
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Allein 2025 fielen bei der AUA umweltbezogene Steuern und Abgaben von 140 Millionen Euro an.

Die Austrian Airlines (AUA) erhöht den Druck auf die Bundesregierung und fordert eine deutliche Senkung der staatlichen Standortabgaben. Das von Verkehrsminister Peter Hanke (SPÖ) angekündigte Entlastungspaket reicht der Airline nach eigenen Angaben nicht aus, um eine Investitionsentscheidung für Wien zu treffen. Brancheninsidern zufolge steht damit auch die geplante Anschaffung von fünf neuen Boeing 787 „Dreamlinern“ auf dem Spiel. AUA-Chefin Annette Mann fordert ein klares Bekenntnis der Politik zur Luftfahrt. Während sich die Flughafengebühren zuletzt moderat entwickelt hätten, seien die staatlichen Steuern und Abgaben in Österreich seit 2019 um 85 Prozent gestiegen. Die Luftverkehrssteuer müsse daher von derzeit zwölf auf acht Euro pro Passagier sinken. Das würde einer Entlastung von 70 bis 75 Millionen Euro entsprechen. Die von Hanke in Aussicht gestellten 60 Millionen Euro seien zwar ein positives Signal, würden den Bedarf aber nicht abdecken, so Mann.

Langstrecken-Ausbau steht auf dem Spiel

Nach Einschätzung von Branchenkreisen könnte ohne eine rasche Entscheidung der Bundesregierung die Auslieferung der fünf bestellten Boeing 787 an andere Standorte im Lufthansa-Konzern vergeben werden. Die Maschinen sollen zwischen Ende 2027 und Anfang 2029 nach Wien kommen und die ältere Boeing-777-Flotte ersetzen. Die bestehenden Boeing 777 könnten zwar noch einige Jahre länger eingesetzt werden. Ohne Ersatzbeschaffung könnte langfristig jedoch eine stärkere Verlagerung hin zu einem reinen Eurowings-Standort erfolgen, warnen Insider. Gleichzeitig liegen bei der AUA bereits Pläne für weiteres Wachstum auf der Langstrecke vor. Ab 2027/28 könnten drei zusätzliche Langstreckenziele aufgenommen werden. Dafür wären zwei weitere Flugzeuge notwendig. Laut Airline-Führung würde jedes zusätzliche Flugzeug rund 350 Arbeitsplätze und eine Lohnsumme von 37 Millionen Euro sichern. Betriebsratseinigung und entsprechende Vorratsbeschlüsse im Konzern seien bereits vorhanden. „Die Langstrecke ist essenziell für den Hub Wien und für Austrian Airlines als Netzwerk-Carrier“, betonte Mann. Lufthansa und AUA würden sich klar zum Standort Wien bekennen. Investitionen und Wachstum müssten allerdings wirtschaftlich darstellbar sein.

Standortkosten und Kerosin belasten

Allein 2025 fielen bei der AUA umweltbezogene Steuern und Abgaben von 140 Millionen Euro an. Innerhalb des Lufthansa-Konzerns herrsche ein Wettbewerb um Investitionsmittel. Ohne wettbewerbsfähige Standortkosten könnten künftige Wachstumsinvestitionen daher auch an andere Drehkreuze der Gruppe fließen. Zusätzlich belasten die hohen Kerosinkosten die Airline. Für das laufende Jahr rechnet die AUA mit Mehrkosten von 150 bis 200 Millionen Euro. Zum Vergleich: Der operative Jahresgewinn lag im Vorjahr bei rund 80 Millionen Euro. Die höheren Treibstoffkosten wirkten sich bereits im ersten Halbjahr deutlich aus. Da Flugtickets häufig Monate vor dem Abflug verkauft werden, konnten die zusätzlichen Kosten zunächst nur begrenzt über höhere Preise weitergegeben werden. Im vergangenen Sommer gelang dies angesichts der hohen Nachfrage besser. Für den kommenden Winter ist Mann allerdings zurückhaltender. Die AUA wird ihr Flugangebot im Winterflugplan deshalb im Durchschnitt um fünf Prozent reduzieren.

(APA/red)

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