Die dunkle Seite des Tourismus

FaktuM recherchierte das sensible Thema Kindersextourismus.
Adobe Stock

Viele Touristen suchen im Urlaub nach sexuellen Abenteuern. Und sind bereit, dafĂŒr zu bezahlen. Nun mag man Sextourismus unappetitlich finden – illegal ist diese spezielle Variante des Urlaubsverhaltens in den meisten LĂ€ndern nicht, solange die Beteiligten volljĂ€hrig sind. Definitiv eine Grenze ĂŒberschritten wird aber, wenn dabei Kinder sexuell ausgebeutet werden. Diese finstere Begleiterscheinung des Tourismus zeigt sich vor allem in
den Entwicklungs- und SchwellenlÀndern. In LÀndern also, in denen viele Familien nicht die finanziellen Mittel haben, um ihre Kinder durchzubringen, in denen Schulbildung die Ausnahme ist und die Behörden unterfinanziert oder korrupt sind.

Obwohl es seit Jahrzehnten von verschiedenen Seiten Versuche gibt, das Problem in den Griff zu bekommen, steigt die Zahl der Sexualstraftaten an
Kindern durch erwachsene Touristen weiterhin an. Dabei ist es kaum möglich, das Problem in Zahlen zu fassen: Wer etwas Illegales tut, lĂ€sst sich logischerweise nicht zuvor behördlich registrieren. Außerdem ist es schwierig, den legalen Sextourismus mit erwachsenen Sexarbeiterinnen vom illegalen Sex mit Kindern zu trennen. Immerhin ist die Altersgrenze klar definiert: Laut UN-Kinderrechtskonvention und den Gesetzen der weitaus meisten LĂ€nder liegt sie bei 18 Jahren. Jugendliche sind also durch den Begriff „Kinder“ mit erfasst. Und Sex mit MinderjĂ€hrigen gegen Geld oder andere materielle Zuwendungen ist grundsĂ€tzlich in allen LĂ€ndern illegal, auch wenn keine Gewaltanwendung im Spiel ist.

Zahl der Opfer unbekannt

Auch ĂŒber die Zahl der Opfer gibt es nur SchĂ€tzungen, weil diese oft in illegaler oder halblegaler Existenz leben und die staatlichen Strukturen in ihren LĂ€ndern dĂŒrftig sind. „Die sexuelle Ausbeutung von Kindern zu messen oder in Zahlen zu fassen ist schwierig, weil Opfer und TĂ€ter eine ‚versteckte‘ Bevölkerungsgruppe bilden“, heißt es in der Studie „Offenders on the Move“, die 2016 erstmals versuchte, das Problem global zu erfassen und bislang die umfangreichste und aktuellste Informationsquelle zu diesem Thema ist (abrufbar auf www.protectingchildrenintourism.
org).

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