Erntedankfestival rückt Bäuerinnen in Mittelpunkt

Das erstmals eingerichtete Bäuerinnendorf soll Einblicke in den Alltag, die Arbeit und das Engagement von Landwirtinnen aus ganz Österreich geben.

04.09.2026 11:11
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Neben Einblicken in den österreichischen Bauernalltag bietet das Bäuerinnendorf verschiedene Mitmach- und Informationsangebote.

Das Erntedankfestival des Ökosozialen Forums lädt am 12. und 13. September auf den Wiener Heldenplatz ein. Besucher sollen dort die Vielfalt der österreichischen Landwirtschaft, regionale Lebensmittel und bäuerliche Traditionen kennenlernen können. Erstmals gibt es in diesem Jahr ein eigenes Bäuerinnendorf, das anlässlich des von den Vereinten Nationen ausgerufenen Internationalen Jahres der Bäuerin 2026 die Lebens- und Arbeitswelt von Landwirtinnen in den Mittelpunkt stellt.

Acht Themenhütten

In insgesamt acht Themenhütten präsentieren Bäuerinnen aus allen Teilen Österreichs unterschiedliche Facetten ihres Berufs- und Lebensalltags. Das Angebot reicht von traditionellem Handwerk und regionaler Lebensmittelproduktion über die Almwirtschaft bis hin zu einer „AckerkulTOUR“ und einem Bäuerinnenkino. Auch die vielfältigen Aufgaben, die Bäuerinnen neben der Arbeit am Hof übernehmen, sollen sichtbar werden. Dazu zählen Verantwortung für Familie und Betrieb ebenso wie zahlreiche ehrenamtliche Tätigkeiten. „Unsere Bäuerinnen tragen viel Verantwortung – für ihre Familien, den Betrieb und in zahlreichen ehrenamtlichen Funktionen. Diese Aufgaben rücken wir hier ins Scheinwerferlicht“, sagt Bundesbäuerin Irene Neumann-Hartberger.

Wichtige Rolle auf den Höfen

Nach Angaben der Veranstalter werden 36 Prozent der österreichischen Bauernhöfe von Frauen geführt. Rund ein Drittel der aktiven Bäuerinnen stammt zudem nicht ursprünglich von einem landwirtschaftlichen Betrieb. Das Bäuerinnendorf soll auch zeigen, welchen wirtschaftlichen Beitrag Frauen zur Entwicklung ihrer Höfe leisten. Kreative Ideen und zusätzliche Betriebszweige können dabei ebenso eine Rolle spielen wie die Direktvermarktung oder regionale Lebensmittelproduktion. „Das Bäuerinnendorf zeigt, welchen Beitrag unsere Bäuerinnen täglich zu Ernährungssicherheit, regionaler Wertschöpfung, Pflege unserer Kulturlandschaft und einer nachhaltigen Zukunft leisten“, erklärt Neumann-Hartberger.

Lebensmittelwissen und internationale Perspektiven

Neben Einblicken in den österreichischen Bauernalltag bietet das Bäuerinnendorf verschiedene Mitmach- und Informationsangebote. Im Esserwisserzelt können Besucher ihr Wissen rund um Lebensmittel testen. Das Bäuerinnenkino widmet sich in Filmen den Lebensgeschichten österreichischer Bäuerinnen. Einen internationalen Blick auf die Situation von Landwirtinnen bietet ein eigenes Zelt zum Internationalen Jahr der Bäuerin. Dort werden die Lebens- und Arbeitsbedingungen einer Landwirtin aus Uganda, Thailand und Oberösterreich gegenübergestellt. Gemeinsamkeiten und Unterschiede der drei Lebenswelten sollen dabei sichtbar werden.

Trachten aus allen neun Bundesländern

Ein Höhepunkt des Programms soll am Samstag stattfinden. Bäuerinnen aus allen neun Bundesländern präsentieren ihre regionalen Trachten und geben damit einen Einblick in die unterschiedliche bäuerliche Kleidungskultur Österreichs. Musikalisch begleitet wird die Trachtenschau vom Vorarlberger Bäuerinnenchor. Rund 40 Sängerinnen präsentieren Lieder aus den einzelnen Bundesländern und ergänzen damit die Schau um eine musikalische Ebene. Mit dem erstmals eingerichteten Bäuerinnendorf will das Erntedankfestival damit nicht nur landwirtschaftliche Produkte und Traditionen präsentieren, sondern auch die Menschen hinter den Betrieben und ihre unterschiedlichen Aufgaben sichtbar machen.

(PA/red)

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