Immer mehr Flieger bleiben am Boden

Bei der AUA sind es 14 Maschinen, bei der Lufthansa 150.
© Flughafen Wien AG

Derzeit starten und landen am Flughafen Wien wegen der Corona-Krise deutlich weniger Flugzeuge als normal

Die Coronavirus-Epidemie trifft die Austrian Airlines (AUA) immer stärker. Die heimische Lufthansa-Tochter dünnte ihr Flugprogramm am Mittwoch (4.3.2020) erneut aus. Es ist das zweite Mal innerhalb weniger Tage, dass die AUA Flüge streichen muss – zuerst waren nur Flüge nach Italien reduziert worden, nun ist der gesamte Flugverkehr innerhalb Europas betroffen.

Jeder fünfte AUA-Flug im März wird nicht stattfinden, teilte die Airline mit. Auf die Flotte umgerechnet bedeutet das, dass weitere 12 der insgesamt 82 Flugzeuge am Boden bleiben. Dazu kommen zwei Langstreckenjets, die seit dem Aussetzen der China-Flüge nach Peking und Shanghai stehen.

„Es ist schmerzhaft, aber leider notwendig, unseren Flugplan im März um etwa 20 Prozent zu reduzieren. Wir beobachten die Lage sehr genau und bereiten uns darauf vor, weitere Maßnahmen zu setzen“, sagte AUA-Vorstand Andreas Otto in einer Mitteilung. Am Montag (2.3.) hatte die AUA 40 Prozent der Italien-Flüge abgesagt.

Noch nicht berücksichtigt in der Ausdünnung ist das Einreiseverbot für Österreicher in Israel, das kurz zuvor bekannt wurde. Man werde prüfen, ob die Flüge weiter aufrechterhalten werden können, sagte ein Sprecher zur APA. Die AUA hat zwischen Israel und der US-Ostküste viele Transferpassagiere. Auch die Billigkonkurrenten Laudamotion und Wizz Air sowie die israelische El Al haben Flüge zwischen Wien und Israel im Programm.

Lufthansa: Fast ein Fünftel der Flotte am Boden

Auch die Lufthansa selbst muss wegen der Corona-Krise immer mehr Flüge streichen. Rechnerisch blieben 150 Flugzeuge am Boden, davon 25 Langstrecken-Flieger, sagte ein Lufthansa-Sprecher der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch (4.3.). Damit ist fast ein Fünftel der Flotte von Lufthansa mit ihren Töchtern Eurowings, Swiss, Brussels und Austrian Airlines vorübergehend aus dem Verkehr gezogen.“Wir passen den Flugplan dynamisch den außerordentlichen Umständen an“, sagte der Sprecher.

Zuletzt musste die Lufthansa noch mehr Asien-Verbindungen über die zum Festland von China hinaus sowie bis zu 25 Prozent der Kurz- und Mittelstrecken-Flüge in Europa streichen. Flüge nach Festland-China wurden bis 24. April ausgesetzt. Die Epidemie breitet sich seit der zweiten Februar-Hälfte immer schneller in Europa aus. Unternehmen streichen Dienstreisen, deshalb dünnt die Kranich-Airline auch den innerdeutschen Flugplan im März aus. Viele Urlauber mit Reiseziel Italien, das am stärksten in Europa mit der Krankheitswelle kämpft, bleiben lieber zu Hause oder zögern mit Buchungen. Die Billigflugtochter Eurowings bedient Ziele in Norditalien bis 8. März weniger.

Die Lufthansa hat deshalb schon ein Sparpaket auf den Weg gebracht. Die Personalkosten sollen durch Teilzeit und unbezahlte Freistellung angepasst werden. Verwaltungs- und Sachkosten werden gesenkt. Auch die Option Kurzarbeit wird geprüft.

APA/red

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