KOMMENTAR: TIROLLER-RUBEL-PATEN

Die Geldsäcke von Ischgl und vom Arlberg konnten den Hals nicht voll kriegen. Zur Strafe wird ganz Tirol jetzt viele Jahre lang finanziell bluten.
Photo by Alexander Sinn on Unsplash

Achtung: Coronabedingt wurde ein falscher Titel übermittelt, ist hier bereits korrigiert.

Sie waren schon immer eine eigene Spezies, die Geldsäcke von Tirol. Deren Geschäftssinn, gepaart mit Bauernschläue, die hinterwäldlerische Eigenartigkeit, vereint mit der Gabe, eine fashionable Zweitheimat für gekrönte Häupter, Stars und Promis zu stellen, der Alpenschmäh eines Günther Aloys, gepaart mit der Saufkumpanei des Alpen-Ballermanns, war mir schon immer suspekt. Aber auch immer eines: gewaltig profitabel.

Nun freilich haben sie’s übertrieben mit ihrer Gier, die fetten Geldsäcke vom Arlberg. So mancher hat schon sein eigenes Erlebnis gehabt mit deren Verständnis von heiliger Ehr, Dankbarkeit, Verlässlichkeit, Sorgfalt. Und vom Verantwortungsbewusstsein im Land hinter dem Arlberg. Und es begab sich vor mehreren Jahrzehnten, dass der Autor dieser Zeilen in eine Familientragödie beim größten und wertvollsten Hotel Österreichs involviert war. Es ging um das Erbe der Familie S. Der alte Ernst S. wollte und wollte sein Erbe nicht übergeben. Und keiner getraute sich, mit ihm darüber zu reden. Und weil der Verfasser dieser Zeilen zum Alten „Onkel Ernst“ sagen durfte und von dem ganz besonders geschätzt wurde, nahm er ihn eines Tage zur Seite und redete einen ganzen Abend lang, mit vielen Gläsern Wein, auf den mächtigen Hotel-Tycoon ein. Und am Ende des Abends rang er ihm das Versprechen ab, sein Erbe demnächst – sprich noch zu Lebzeiten – zu regeln. Die Erben hat’s gefreut. Und ihnen einen Millionen-Betrag an Erbschaftssteuer erspart. Den sie damals – in der Dimension, wie steuerlich vorgeschrieben – gar nicht hätten aufbringen können.

Die Dankbarkeit war grenzenlos. Sein ganzes Leben lang sei der Verfasser dieser Zeilen gratis im Hotel willkommen. Denn ohne ihn hätte man das nie geschafft. Auch werblich werde man sich bei uns revanchieren. Nur selten wurde etwas so schnell vergessen, ad acta gelegt und vertuscht – das glaubt man nicht. Bischt a Tiroler, bischt a Mensch. Hascht wos erledigt, isch guat so. Abermir vergessen, so schnell kannscht’ gor nit schaun.

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