Kritik an Tiroler Tourismusstrategie

FPÖ und Liste Fritz unzufrieden, SPÖ nicht
© Pixabay

Die Oppositionsparteien FPÖ und Liste Fritz haben die am Mittwoch präsentierte Tiroler Tourismusstrategie der schwarz-grünen Landesregierung kritisiert. Diese sieht unter anderem eine Bettenobergrenze vor. Die Tourismusstrategie sei das Papier nicht wert, auf welchem sie geschrieben sei, sagte FPÖ-Chef Markus Abwerzger. Die Liste Fritz sah in der Strategie ein „politisches Geplänkel der ÖVP“. Wohlwollender fiel die Reaktion der SPÖ aus. 

Außer Obergrenzen habe die Landesregierung keine Perspektiven, meinte Abwerzger. Der FPÖ-Landesparteiobmann kritisierte die Tourismusagenden von Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) und forderte, dass es in den kommenden Jahren ein Mitglied in der Landesregierung gäbe, das nur für diese zuständig sei. 

Die Liste Fritz-Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider und LAbg. Markus Sint erklärten, dass ein Bettenstopp auf dem jetzt erreichten Niveau Augenauswischerei sei, wenn die Auslastung heuer im Winter bei 44 Prozent und im Sommer bei 33 Prozent liege. Eine Bettenreduktion müsse regional ausgewogen passieren. „Die Startvoraussetzungen in St. Anton sind andere als in Osttirol. Hier gibt es eine hohe Konzentration und dort gibt es durchaus noch Platz für neue Betten“, so die Politiker. Den beiden Landeshauptleuten zufolge sei es unumgänglich, die Auswüchse des Tourismus in Tirol einzubremsen. Massentourismus bringe Massenverkehr ins Land, deshalb müsse man die Übererschließung in Tirol stoppen.

Weniger kritisch äußerten sich die Sozialdemokraten. Deren Tourismussprecher und stellvertretender Klubobmann, LAbg. Philip Wohlgemuth, ortete ein Umdenken, das längst überfällig gewesen sei. „Der Tourismus ist einer der wichtigsten Wirtschaftsbereiche in unserem Bundesland. Bisher waren wir es gewohnt, dass der Tourismus uns gut durch wirtschaftliche Krisen führt, diesmal war und ist der Tourismus selbst eines der größten Sorgenkinder in Tirol“, so Wohlgemuth. Laut dem Landesabgeordneten müsse man die herausfordernde Situation nutzen, um die Branche zukunftsfit und als Arbeitgeber attraktiver zu machen.

APA/red

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