Luxus jenseits der Skala: Besuch in der .here-Villa
Auf dem Baa-Atoll auf den Malediven setzt das private Inselprojekt .here neue Maßstäbe im Ultra-Luxus-Segment.
Was im internationalen Luxusresort-Markt derzeit entsteht, lässt sich selbst für erfahrene Gastgeber und Branchenkenner nur schwer in bekannte Kategorien einordnen. Mit .here hat der deutsche Unternehmer Gregor Gerlach auf den Malediven ein Projekt realisiert, das bewusst jenseits klassischer Fünf-Sterne-Logik angesiedelt ist: extrem exklusiv, radikal privat und auf ein Publikum zugeschnitten, für das Diskretion ebenso zählt wie architektonische und serviceorientierte Konsequenz.
Vom Resort zur privaten Insel
Ausgangspunkt ist das bestehende Luxusresort Finolhu, das Gerlach bereits zuvor im oberen Segment der internationalen Hotellerie positioniert hat. Nur wenige Bootminuten entfernt – im Baa Atoll, einem UNESCO-Biosphärenreservat – liegt nun die eigenständige Insel .here.
Die Insel beherbergt lediglich sieben Villen. Jede davon ist als autarkes Luxusdomizil konzipiert, mit eigenem Butler-Service, privatem Buggy, mehreren Pools pro Einheit (bis zu vier), großzügigen Wohn- und Außenflächen sowie einem Service-Level, das bewusst nicht skaliert, sondern individualisiert ist. Rund 50 Mitarbeitende betreuen die Insel – ein Verhältnis, das selbst im High-End-Segment außergewöhnlich ist.
Preisstruktur und Zielgruppe
Die Preisdimensionen machen deutlich, für welches Marktsegment .here gedacht ist:
- Dreizimmer-Villa: ab rund 20.000 Euro pro Nacht
- Vierzimmer-Villa: rund 30.000 Euro pro Nacht
- Präsidentenvilla (im Bau): bis zu 45.000 Euro pro Nacht
Diese Tarife verstehen sich als logische Folge eines Konzepts, das bewusst auf maximale Reduktion der Gästezahl bei maximalem Ressourceneinsatz setzt. Das Angebot richtet sich an internationale Persönlichkeiten, Staatsgäste, Unternehmer und Prominenz – weniger an klassische Luxustouristen als an Menschen, die temporär völlige Abschirmung suchen.
Unternehmerische Handschrift
Nach Angaben aus dem Umfeld des Projekts belaufen sich die Investitionen für .here auf rund 60 Millionen Euro. Gerlach, bekannt als Gründer von Vapiano und als Investor mit starkem Fokus auf Hospitality-Konzepte, verfolgt dabei keine Expansion im klassischen Sinn. Vielmehr steht die Idee einer „perfekten Insel“ im Mittelpunkt – ein Rückzugsort, der nicht beworben werden muss und dessen Wert sich über Exklusivität, nicht über Auslastung definiert.
Für klassische Resorts ist dieses Modell kaum reproduzierbar – aber es demonstriert, wie sich Luxus zunehmend über Privatisierung, Personalisierung und radikale Exklusivität definiert.
Hinweis: Der Aufenthalt erfolgte auf Einladung des Betreibers und wurde durch mediale Gegenleistungen abgegolten. Ziel der Berichterstattung ist eine fachliche Einordnung des Konzepts aus Sicht der Tourismus- und Hospitality-Branche.
Weitere Informationen:
www.here-maldives.com
(red)