Martin Hos Pratersauna endgültig geschlossen
Die Schließung des Nachtlokals markiert einen weiteren Einschnitt für die DOTS Group und ihren Gründer.
Mit der Schließung der Pratersauna am 15. Dezember 2025 ist eines der bekanntesten Nachtlokale Wiens vorerst Geschichte. Der Club in der Leopoldstadt stellte seinen Betrieb vollständig ein. Nach dem Ponyhof ist die Pratersauna damit bereits der zweite namhafte Wiener Club, der innerhalb weniger Monate schließen musste. Die Zukunft der Liegenschaft ist derzeit offen.
Als Grund für das Aus wird eine anhängige Räumungsklage genannt. Zwar sei die Miete bezahlt worden, diese sei jedoch offenbar nicht korrekt an die Eigentümer weitergeleitet worden. Die Immobilie steht im Eigentum der Verena Thöni GmbH, verpachtet war sie an die RHC Invest GmbH, an der auch Gastronom Martin Ho beteiligt ist.
Veränderte Rahmenbedingungen
Gegenüber dem Onlineportal 5min.at erklärte ein Sprecher der Ricemoney Hospitality Group, man werde die Fläche künftig nicht mehr bespielen. Als Begründung verwies er auf das „stark geänderte Ausgehverhalten“ sowie auf „massive Belastungen der Nachtgastronomie“. Unter dem letzten Betreiber sei es nicht gelungen, ein nachhaltig tragfähiges Konzept für den langfristigen Betrieb der Pratersauna zu etablieren.
Ob und in welcher Form der Standort künftig wieder gastronomisch oder kulturell genutzt wird, ist derzeit unklar. Konkrete Pläne wurden bislang nicht kommuniziert.
Vom Szenetempel zum Problemfall
Die Schließung fügt sich in eine Entwicklung ein, die sich seit mehreren Jahren abzeichnet. Lange galt Martin Ho als prägender Akteur der Wiener Gastro- und Clubszene. Mit der DOTS Group baute er ein weit verzweigtes Netzwerk aus Restaurants, Clubs und Entertainmentformaten auf und positionierte sich als sichtbarer Netzwerker innerhalb der Wiener Gesellschaft.
Seit 2022 jedoch häufen sich strukturelle Rückzüge: Ho zog sich aus mehreren Gesellschaften als Geschäftsführer zurück, einzelne Geschäftsbereiche wurden eingestellt. Auch prominente Standorte – darunter ein Dots-Sushi-Lokal auf der Mariahilfer Straße – wurden geschlossen. Die Pratersauna war zuletzt eines der markantesten verbliebenen Projekte im Nachtgastronomie-Segment.
Clubbing als Relikt der Vergangenheit
In der Gesamtschau zeigt sich jedoch eine kontinuierliche Verkleinerung des Portfolios. Die endgültige Schließung der Pratersauna ist dabei mehr als ein einzelner Standortverlust: Sie markiert das Ende eines Systems der Clubkultur. Fix ist: Mit dem Ende der Pratersauna verschwindet ein weiteres Kapitel der Wiener Nachtschwärmerszene.
(PA/red)
