Michelin setzt 2026 auf Regionen statt Metropolen

Der Michelin‑Guide 2026 stellt verstärkt kleinere Städte und Regionen abseits der klassischen Gourmet-Hotspots in den Fokus.

02.02.2026 12:48
red04
© Adobe Stock

Der Michelin‑Guide steht seit über einem Jahrhundert für kulinarische Exzellenz. Doch mit seinen Empfehlungen für 2026 schlägt er einen spürbar neuen Kurs ein: Statt ausschließlich auf die altbekannten Gourmet‑Metropolen zu setzen, rückt der Guide zunehmend Regionen, Routen und kleinere Städte in den Fokus. Genuss wird dabei nicht mehr nur als Tellerkunst verstanden, sondern als ganzheitliches Reiseerlebnis.

Weg von Gourmet‑Hauptstädten

Paris, London oder Tokio bleiben zwar weiterhin wichtige Referenzen der Spitzengastronomie, doch der Michelin‑Guide signalisiert klar: Herausragende Küche entsteht längst auch abseits der großen Bühnen. Reisende suchen heute Authentizität, Nähe zur Region und kulinarische Geschichten, die eng mit Landschaft, Kultur und Geschichte verbunden sind. Genau hier setzt die Auswahl für 2026 an.

Routen statt Restaurants

Ein zentrales Motiv der neuen Empfehlungen sind kulinarische Routen. Legendäre Strecken wie die Route 66 in den USA stehen exemplarisch für diese Entwicklung. Sie verbinden nostalgische Esskultur mit modernen gastronomischen Konzepten und zeigen, dass Genuss auch unterwegs, ungezwungen und emotional sein kann. Der Michelin‑Guide denkt Kulinarik damit nicht mehr nur stationär, sondern als Teil des Reisens selbst.

Regionen mit Profil

Auch klassische Genussländer präsentieren sich 2026 bewusst regional. Die italienische Amalfiküste oder die Dolomiten überzeugen nicht allein durch Sterne‑Restaurants, sondern durch die Verbindung aus lokaler Küche, hochwertigen Produkten und eindrucksvollen Landschaften. Ähnliche Akzente setzt der Guide in aufstrebenden Regionen Osteuropas, wo Städte wie Wrocław oder traditionsreiche Kurorte neue gastronomische Dynamik entwickeln.

Neue Märkte, neue Perspektiven

Besonders auffällig ist die Öffnung gegenüber jungen kulinarischen Destinationen. Länder wie Saudi‑Arabien tauchen nicht mehr nur als kulturelle oder wirtschaftliche Akteure auf, sondern auch als spannende Genussregionen. Moderne Interpretationen regionaler Küche, internationale Einflüsse und ambitionierte Restaurantkonzepte zeigen, wie schnell sich neue kulinarische Szenen etablieren können. Die Auswahl für 2026 verdeutlicht einen grundlegenden Wandel: Spitzenküche wird nicht mehr ausschließlich an weißen Tischdecken und formeller Perfektion gemessen. Nachhaltigkeit, Regionalität, Storytelling und das Gesamterlebnis einer Reise gewinnen an Bedeutung. Der Michelin‑Guide reagiert damit auf ein verändertes Reiseverhalten.

(red)

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