Österreichs Flughäfen verlieren Passagiere
Nach einem positiven Jahresstart sind die Passagierzahlen an Österreichs Flughäfen im zweiten Quartal deutlich zurückgegangen.
Die österreichischen Verkehrsflughäfen haben im ersten Halbjahr 2026 weniger Passagiere abgefertigt als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Österreichischer Verkehrsflughäfen (AÖV) sank die Zahl der Reisenden an den sechs heimischen Flughäfen Wien, Salzburg, Innsbruck, Graz, Linz und Klagenfurt um 2,6 Prozent auf 16,4 Millionen. Im europäischen Vergleich zählt diese Entwicklung laut AÖV zu den schwächeren Ergebnissen.
Rückgang vor allem im zweiten Quartal
Zu Jahresbeginn zeigte sich zunächst noch eine positive Entwicklung. Im ersten Quartal 2026 stieg das Passagieraufkommen um 1,8 Prozent auf rund 7,4 Millionen Reisende. Im zweiten Quartal folgte jedoch ein deutlicher Rückgang: Bei etwa neun Millionen Passagieren wurde ein Minus von sechs Prozent verzeichnet. Laut AÖV wirkten sich seit April vor allem geopolitische Entwicklungen negativ auf die Nachfrage aus. Zuvor hatten mehrere österreichische Flughäfen noch steigende Passagierzahlen gemeldet.
Forderung nach besseren Rahmenbedingungen
AÖV-Präsident und Vorstand der Flughafen Wien AG, Julian Jäger, sieht Handlungsbedarf für den österreichischen Luftfahrtstandort. Österreich müsse wieder wettbewerbsfähiger werden, um international nicht zurückzufallen, erklärte Jäger. Der Verband fordert erneut eine Entlastung der Branche und verweist dabei unter anderem auf die Flugabgabe. Aus Sicht der AÖV brauche es im Vergleich zu anderen Ländern wettbewerbsfähigere Bedingungen. Als Beispiel wird der Flughafen Bratislava genannt, der zuletzt vor allem durch Billigfluggesellschaften gewachsen sei, die teilweise Wien verlassen hätten.
Weniger Starts und Landungen
Auch bei den Flugbewegungen gab es im ersten Halbjahr einen Rückgang. Die Zahl der Starts und Landungen im Linien- und Gelegenheitsverkehr sank um rund 5,2 Prozent auf 133.004 Bewegungen. Laut AÖV hängt dies auch mit einer höheren Auslastung der Flugzeuge zusammen. Das Frachtaufkommen entwickelte sich ebenfalls leicht rückläufig. Mit 182.836 Tonnen lag es knapp ein Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraums.
Deutliche Rückgänge in Linz und Klagenfurt
Besonders stark fielen die Einbußen an den beiden kleinsten Verkehrsflughäfen Österreichs aus. Der Flughafen Linz verzeichnete einen Rückgang der Passagierzahlen um 15,3 Prozent auf 110.627 Reisende. In Klagenfurt sank die Zahl um 14,4 Prozent auf 78.627 Passagiere. Die Entwicklung der beiden Standorte ist in Oberösterreich und Kärnten auch politisch ein Thema. Besonders die Zukunft des Flughafens Linz wurde zuletzt intensiv diskutiert.
Salzburg und Innsbruck mit Zuwächsen
Der Flughafen Wien-Schwechat bleibt mit großem Abstand der wichtigste österreichische Standort. Im ersten Halbjahr wurden dort 14,74 Millionen Passagiere gezählt, was einem Rückgang von 3,2 Prozent entspricht. Die fünf anderen internationalen Flughäfen zusammen kamen auf knapp 2,15 Millionen Reisende. Salzburg entwickelte sich entgegen dem allgemeinen Trend positiv. Der Flughafen verzeichnete ein Plus von 2,8 Prozent und kam auf 936.147 Passagiere. Innsbruck legte um 4,2 Prozent auf 656.870 Reisende zu. Der Flughafen Graz blieb mit rund 366.000 Passagieren stabil. Trotz seiner dominierenden Stellung im Inland ist der Flughafen Wien im internationalen Vergleich weiterhin ein mittelgroßer Hub.
(APA/red)