Piloten weiter in Tarifverhandlungen bei Lufthansa

Bei der AUA-Mutter Lufthansa steigt die Gefahr von Pilotenstreiks - "Friedenspflicht" endet am 30. Juni
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Wenige Tage vor Ablauf der Friedenspflicht dauern die Tarifverhandlungen zwischen der AUA-Mutter Lufthansa und ihren rund 5.200 Stammpilotinnen und Stammpiloten an. Man sei weiter in Gesprächen, könne aber zu Details nichts sagen, erklärten beide Seiten am Dienstag auf Anfrage.

Am Freitag endet die Friedenspflicht der bisherigen Vereinbarung, sodass theoretisch ab Juli Streiks in der Hauptreisezeit möglich sind. Über das weitere Vorgehen hat die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) nach Angaben eines Sprechers noch nicht entschieden, zumal die Gespräche nicht abgeschlossen sind.

Bei einem Scheitern sind Warnstreiks ebenso wie die Einleitung einer Urabstimmung √ľber unbefristete Streiks denkbar. Zuletzt hatten die Lufthansa-Piloten am 2. September 2022 mit einem Warnstreik den Flugbetrieb lahmgelegt. Es fielen mehr als 800 Fl√ľge mit rund 130.000 betroffenen Passagieren aus.

Verhandelt wird √ľber Geh√§lter und Arbeitsbedingungen von rund 5.200 Piloten der Kerngesellschaft Lufthansa sowie der Frachttochter Lufthansa Cargo. Im September hatten beide Seiten eine Zwischenl√∂sung vereinbart, um mehr Zeit f√ľr die L√∂sung grunds√§tzlicher Fragen zu erhalten, die aber ausgeblieben ist. Die Zwischenl√∂sung enthielt zwei pauschale Gehaltserh√∂hungen um jeweils 490 Euro im Monat, was laut Lufthansa Steigerungen zwischen 5,5 und 20 Prozent bedeutete.

Nun fordert die VC 8,5 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von einem Jahr. Zus√§tzlich will sie zahlreiche Regelungen zu Dienstzeit und Bereitschaften √§ndern sowie die Gehaltsstruktur vereinheitlichen. Das j√ľngste Angebot des Unternehmens hat die Gewerkschaft als unzureichend abgelehnt. Es strecke die geforderten 8,5 Prozent auf 30 Monate und gehe auf zahlreiche Detailforderungen nicht ein.

Im Hintergrund schwelt weiter der Grundsatzstreit √ľber die Gr√∂√üe der Kerngesellschaft. Konzernchef Carsten Spohr hatte vor Monaten die Bereitschaft erkennen lassen, eine zwischenzeitlich aufgek√ľndigte Flottenzusage √ľber 325 Flugzeuge wiederzubeleben. Diese d√ľrften dann ausschlie√ülich von Piloten geflogen werden, die nach VC-Tarif besch√§ftigt sind.

Die VC wehrt sich seit Jahren gegen Bestrebungen der Lufthansa, Verkehrsleistungen und damit Jobs auf kosteng√ľnstigere Flugbetriebe zu verlagern. Die Lufthansa hat in M√ľnchen die neue Gesellschaft City Airlines gegr√ľndet, die ab 2024 kurze und mittlere Zubringerfl√ľge zum Drehkreuz M√ľnchen √ľbernehmen k√∂nnte.

APA/Red.

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