Premiumsitze: Lufthansa wartet weiter auf Freigabe

Die Einführung der neuen Premium-Business-Class bei Lufthansa verzögert sich, weil viele der teuersten Sitze noch nicht von der Luftfahrtbehörde freigegeben wurden.

03.02.2026 10:13
red04
© Adobe Stock
Selbst Wochen nach dem ursprünglich geplanten Startdatum bleibt ein Großteil der besonders teuren Sitze in der Boeing 787-9-Flotte gesperrt.

Die deutsche Fluggesellschaft Lufthansa steht weiterhin vor einer erheblichen Herausforderung bei der Einführung ihrer neuen Allegris-Business-Class-Kabine. Selbst Wochen nach dem ursprünglich geplanten Startdatum bleibt ein Großteil der besonders teuren Sitze in der Boeing 787-9-Flotte blockiert und damit auch für Buchungen gesperrt.

FAA-Zertifizierung verzögert sich

Der Grund für die andauernde Nicht-Verkaufsfähigkeit liegt in einer noch ausstehenden Zulassung durch die US-Luftfahrtbehörde FAA. Die Behörde hat bislang nicht sämtliche Sicherheitsnachweise für das Befestigungssystem der neuen Business-Class-Module akzeptiert. In der Folge dürfen Airlines wie Lufthansa derzeit nur vier von insgesamt 28 Business-Class-Plätzen pro Boeing 787-9 verkaufen. Für die übrigen Sitze fehlt es noch an der Zertifizierung. Ursprünglich hatte Lufthansa gehofft, die Allegris-Sitze bereits zum Jahreswechsel 2025/2026 freigeben zu können. Nach aktuellen Einschätzungen verschiebt sich dieser Prozess aber voraussichtlich bis in den Sommer 2026, da die Test- und Nachweispflichten der FAA sehr ausführlich sind.

Auswirkungen auf Flugbetrieb und Ertrag

Die Verzögerungen haben spürbare Folgen für Lufthansa. Die Airline muss auf potenziell lukrative Einnahmen aus dem Verkauf hochpreisiger Business-Class-Tickets verzichten – ein besonders gravierender Effekt angesichts der anstehenden Sommerreise­saison, in der die Nachfrage üblicherweise hoch ist. Am Drehkreuz Frankfurt kann dies dazu führen, dass Lufthansa ihre Kapazitätsplanung anpassen muss. Betroffen sind vor allem Langstreckenflüge, die bereits mit der Boeing 787-9 bedient werden. Ohne die volle Business-Class-Belegung könnten ältere und weniger effiziente Flugzeuge länger im Einsatz bleiben, um die Nachfrage zu decken.

Technische und imagebezogene Herausforderungen

Die anhaltende Verzögerung belastet auch das Image des Allegris-Premiumprodukts. Das ursprünglich als Prestige-Projekt konzipierte Kabinenkonzept gerät zunehmend mit Verspätung und technischen Problemen in Verbindung. Lufthansa und der Sitzhersteller arbeiten nach eigenen Angaben intensiv an einer Lösung, doch der Prozess dauert länger als geplant. Für Passagiere, die Business-Class-Reisen bei Lufthansa planen, bedeutet die Situation derzeit zudem Unsicherheiten bei der Buchbarkeit. Kunden müssen mit eingeschränkten Kapazitäten rechnen oder gegebenenfalls auf andere Fluggesellschaften ausweichen, wenn sie einen Flug mit vollständiger Premium-Ausstattung wünschen.

Zukunft des Allegris-Produkts

Trotz der Schwierigkeiten hält die Lufthansa an ihren ursprünglichen Zielen fest. Nach aktuellen Planungen soll das Allegris-Produkt bis Ende 2026 auf jedem dritten interkontinentalen Flugzeug des Lufthansa-Konzerns verfügbar sein. Im Jahr 2027 strebt das Unternehmen an, mehr als zwei Drittel seiner Langstreckenflotte mit der neuen Premium-Business-Class auszustatten.

(red)

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Weitere Themen