Schienenbranche fordert mehr Investitionen

Bei der Sommertagung des Fachverbandes der Schienenbahnen standen Finanzierung, regionale Bahnen und die Zukunft klimafreundlicher Mobilität im Mittelpunkt.

15.06.2026 11:39
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Auf Einladung der Niederösterreichischen Verkehrsorganisationsgesellschaft (NÖVOG) und der Niederösterreich Bahnen GmbH trafen sich Mitte Juni Vertreterinnen und Vertreter der österreichischen Bahnbranche in St. Pölten, um über aktuelle Herausforderungen und Zukunftsperspektiven des Schienenverkehrs zu beraten.

Im Fokus standen dabei insbesondere die Finanzierung der Bahninfrastruktur, das neue Mittelfristige Investitionsprogramm 2026 bis 2031 sowie die Frage nach langfristiger Planungssicherheit. Fachverbands-Obmann Günter Neumann betonte die Bedeutung verlässlicher Rahmenbedingungen für Infrastrukturprojekte, Digitalisierung und die Gewinnung von Fachkräften.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Rolle regionaler Bahnen für Wirtschaft, Tourismus und Lebensqualität. Laut den präsentierten Analysen leisten Privatbahnen einen wichtigen Beitrag zur regionalen Wertschöpfung, schaffen Arbeitsplätze und unterstützen die Erreichung von Klimazielen. Besonders in ländlichen Regionen fungieren sie häufig als Rückgrat des öffentlichen Verkehrs.

Diskutiert wurden außerdem innovative Mobilitätskonzepte, darunter der Einsatz von Oberleitungsbussen als Ergänzung zum Schienenverkehr. Experten sehen in der Kombination verschiedener öffentlicher Verkehrsmittel einen wichtigen Ansatz, um attraktive Alternativen zum Individualverkehr zu schaffen.

Breiten Raum nahm auch die Debatte über Wettbewerb und Vergabemodelle im europäischen Schienenpersonenverkehr ein. Der Fachverband sprach sich dabei für die Beibehaltung der Wahlfreiheit zwischen Direktvergaben und Ausschreibungen aus. Entscheidend sei, dass die jeweils verantwortlichen Gebietskörperschaften die für ihre Region passende Lösung wählen können.

Die Bedeutung der Bahn zeigt sich auch in den steigenden Fahrgastzahlen: Zwischen 2010 und 2025 erhöhte sich die Zahl der Bahnreisenden in Österreich von rund 242 auf etwa 350 Millionen pro Jahr. Trotz dieses deutlichen Wachstums sehen Branchenvertreter die Finanzierung der Schiene nicht ausreichend an die gestiegenen Anforderungen angepasst.

Zum Abschluss der Tagung appellierte der Fachverband an die Politik, Investitionen in den Bahnsektor weiter zu stärken. Eine leistungsfähige Schiene sei entscheidend, um Klimaziele zu erreichen, Regionen zu stärken und die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts langfristig zu sichern.

APA/Red.

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