Semmering-Basistunnel: Verfahrens-Wiederaufnahme?

Alliance For Nature bringt Antrag beim Bundesverwaltungsgericht wegen Wasserverunreinigungen ein.
© ÖBB/zeppcom

Panoramablick auf eine Baustelle

Im Zusammenhang mit den durch die Arbeiten am Semmering-Basistunnel im Göstritz- und Auebach sowie in der Schwarza entstandenen GewĂ€sserverunreinigungen hat die Initiative “Alliance for Nature” (AFN) Mitte der Woche beim Bundesverwaltungsgericht (BVwG) die Wiederaufnahme der Genehmigungsverfahren fĂŒr das Bauvorhaben eingereicht.

Die AFN bezog sich neben den jĂŒngsten Wasserverunreinigungen auch auf die EinbrĂŒche von Gestein und Schlamm in einer der beiden Tunnelröhren im April dieses Jahres. GeneralsekretĂ€r Christian Schuhböck zufolge zeigen die VorfĂ€lle deutlich, “dass der Bau des umstrittenen Semmering-Basistunnels zu einer BeeintrĂ€chtigung der Natur- und Umwelt” fĂŒhrt. Beantragt wird daher die Wiederaufnahme aller Verfahren. Im Fokus stehen insbesondere das naturschutzrechtliche sowie das UVP-Verfahren.

Tunnelbohrer von hinten auf einer Baustelle / © ÖBB, Ebner

Wasserhaushalt der Region beeintrÀchtigt

Nach Angaben der “Alliance for Nature” zielt der Antrag darauf ab, “Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz der Natur und Umwelt vor den negativen Auswirkungen des Semmering-Basistunnels neu zu bewerten und zu verbessern”. Als BegrĂŒndung wurde etwa angefĂŒhrt, dass “aufgrund des Ă€ußerst komplexen geologischen Aufbaues und der damit verbundenen hydrogeologischen Situation der Semmering-Region “Wasser- und ErdmasseneinbrĂŒche” mehr oder weniger auf der gesamten Strecke des geplanten und in Bau befindlichen Projekts passieren können. Dadurch könne der natĂŒrliche Wasserhaushalt der Region “noch mehr als bisher” beeintrĂ€chtigt werden.

BĂ€che und FlĂŒsse in Niederösterreich und der Steiermark könnten somit “auf ökologisch schĂ€dliche Art und Weise in Mitleidenschaft gezogen werden”, fĂŒhrte die “Alliance for Nature” in einer Aussendung an. Zudem hĂ€tten die ÖBB “selbst zugeben, dass ihre Anlagen fĂŒr derartige Ereignisse nicht ausgelegt sind”.

Keine chemische Schadstoffe nachweisbar

Die Verunreinigungen sind Anfang vergangener Woche bekannt geworden. Die ÖBB fĂŒhrten sie laut APA auf Wasseraustritt beim Tunnelvortrieb etwa 250 Meter unter der Erde zurĂŒck. Das Wasser, das auch Sand aus dem Gebirge löse, werde “in die GewĂ€sserschutzanlage auf der Baustelle gepumpt, aufbereitet und dann in den Göstritzbach eingeleitet”. Durch den ausgelösten Sand könne es zu TrĂŒbungen kommen, hieß es seitens der ÖBB.

Die Bezirkshauptmannschaft Neunkirchen hob laut APA hervor, dass in den betroffenen GewĂ€ssern “keine chemischen Schadstoffe nachweisbar” sind. GefĂ€hrdungen fĂŒr Menschen und SĂ€ugetiere bestehen demnach nicht. SchĂ€digungen von Fischen und Kleinstlebewesen seien aber nicht ausgeschlossen.

 

APA/red

GefÀllt Ihnen der Beitrag?
Facebook
Twitter
LinkedIn
Telegram
WhatsApp
Email
WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner