Steuersenkung kommt bei Eurowings-Preisen nicht an
Eurowings hält die Flugpreise trotz sinkender Luftverkehrsteuer stabil, da vor allem höhere Kerosinkosten den Effekt aufheben.
Bei Eurowings werden Flugtickets trotz der abgesenkten Luftverkehrsteuer nicht günstiger. Die Fluggesellschaft verweist darauf, dass andere Kostensteigerungen – insbesondere beim Kerosin – die Entlastung überlagern. Die Lufthansa-Tochter und Schwester der AUA kündigte jedoch an, dass der reduzierte Steuersatz ab 1. Juli vollständig auf den Tickets ausgewiesen werde.
Belastung durch Treibstoff und Gebühren
Nach Angaben des neuen Airline-Chefs Max Kownatzki steht die Airline weiterhin unter starkem Kostendruck. Steuern, gestiegene Gebühren sowie deutlich höhere Kerosinpreise flössen gemeinsam in die Kalkulation des Bruttopreises ein, der letztlich von Passagieren bezahlt werde. Auch im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg habe Eurowings keine zusätzlichen Kerosinzuschläge erhoben.
Teilweise Weitergabe an Kunden
Die gestiegenen Kosten könne Eurowings derzeit nur etwa zur Hälfte an die Passagiere weitergeben, sagte Kownatzki. In den vergangenen zwei Jahren seien die Kosten um einen zweistelligen Prozentsatz gestiegen, während die Ticketpreise lediglich im einstelligen Bereich zugelegt hätten. Vor diesem Hintergrund fordert die Airline weitere Entlastungen bei Steuern, Abgaben und Flughafengebühren in Deutschland.
Rahmenbedingungen und Ausbaupläne
Der Bundestag hatte im Mai eine zuvor erfolgte Erhöhung der Luftverkehrsteuer wieder zurückgenommen. Für Kurzstrecken sinkt der Steuersatz ab 1. Juli um 2,50 Euro pro Ticket. Nach Einschätzung von Eurowings könnten weitere Entlastungen dazu beitragen, zusätzliche Flugzeuge etwa in Berlin oder Hamburg einzusetzen und das Angebot auszubauen.
Nachfrageentwicklung und Sommergeschäft
Die Versorgung mit Kerosin sei für den gesamten Sommerflugplan gesichert, betonte Kownatzki. Unter den aktuellen Bedingungen rechne Eurowings damit, im Gesamtjahr profitabel zu bleiben. Ziel sei ein stabiler Flugbetrieb, damit Reisende ihre Sommerreisen verlässlich planen könnten. Die Unsicherheit rund um die Treibstoffversorgung habe zuletzt nachgelassen und die Nachfrage im Sommergeschäft gestützt. Für das Reiseziel Mallorca lagen die Buchungen zuletzt 9 Prozent über dem Vorjahresniveau, nachdem sie zuvor noch um rund 20 Prozent zurückgefallen waren. Eurowings bedient den Flughafen Palma im Sommer mit mehr als 400 Flügen pro Woche.
(APA/red)