Teure Drop-Offs: UK-Flughäfen kassieren ab

Wer in Großbritannien am Flughafen jemanden direkt vor dem Terminal absetzt, zahlt mittlerweile Spitzenpreise – bis zu zehn Pfund für nur zehn Minuten.

05.02.2026 13:24
red04
© Adobe Stock
In vielen anderen europäischen Ländern sind die ersten Minuten zum Absetzen kostenlos.

Wer in Großbritannien jemanden am Flughafen direkt vor dem Terminal absetzt, muss inzwischen tief in die Tasche greifen. Gebühren von bis zu 10 Pfund für gerade einmal zehn Minuten gehören mittlerweile zum Alltag – und im europäischen Vergleich ist das fast einzigartig teuer.

Drop-Off-Gebühren sorgen für Ärger

Flughäfen wie London Gatwick, Heathrow oder Stansted haben die Gebühren für kurze Aufenthalte drastisch erhöht. Gatwick führt mit zehn Pfund für zehn Minuten sogar die Spitze an. Auch Heathrow, Stansted und Luton verlangen inzwischen sieben Pfund für kurze Absetzzeiten, während kleinere Flughäfen wie Bristol oder London City Airport die Preise ebenfalls angehoben oder neu eingeführt haben. Für viele Reisende ist das ein Ärgernis. Verbraucherverbände kritisieren, dass die Gebühren weit überzogen seien, vor allem für Reisende, die keine echte Alternative haben, sei es wegen mangelnder öffentlicher Verkehrsmittel oder schwerem Gepäck. Medien berichten von einer „nationalen Schande“, die Familien, Senioren und Pendler gleichermaßen belastet.

Spitzenreiter bei Kosten

Ein Blick über den Ärmelkanal zeigt, wie stark sich die britischen Flughäfen abheben. In vielen europäischen Ländern sind die ersten Minuten zum Absetzen kostenlos. In Paris, Amsterdam, Frankfurt oder Madrid können Reisende zehn Minuten und länger direkt am Terminal parken, ohne etwas zu bezahlen. Selbst Flughäfen wie Mailand Malpensa oder Venedig Marco Polo gewähren kurze Drop-Off-Zeiten gratis. Die Kosten pro Minute in Großbritannien liegen hingegen deutlich über dem europäischen Durchschnitt und erreichen an manchen Airports bis zu einem Pfund pro Minute. Wer in Gatwick oder Heathrow absetzt, zahlt also deutlich mehr als Reisende auf dem Kontinent, selbst in den größten internationalen Flughäfen.

Flughäfen verteidigen die Gebühren

Die Betreiber rechtfertigen die hohen Abgaben damit, dass sie der Verkehrslenkung dienen und Staus sowie Luftverschmutzung reduzieren sollen. Gleichzeitig würden die Gebühren dringend benötigte Einnahmen sichern, um steigende Betriebskosten und Business Rates zu decken. Gatwick erklärt, dass höhere Gebühren auch ein Anreiz sein sollen, mehr Reisende auf öffentliche Verkehrsmittel umzuleiten. Kritiker sehen darin jedoch eher eine eingenommensorientierte Maßnahme als eine Lösung für Verkehrsprobleme.

Wege, Gebühren zu umgehen

Trotz der teuren Kurzzeitzonen gibt es Möglichkeiten, die Gebühren zu vermeiden. Viele Flughäfen bieten kostenlose Drop-Off-Bereiche etwas weiter vom Terminal entfernt an, oft mit Shuttle-Service. Menschen mit Behinderung oder Blue-Badge-Inhaber können in manchen Fällen Ausnahmen nutzen. Für alle anderen gilt, die erlaubte Dauer genau einzuhalten, da sonst Strafgebühren drohen.

(red)

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