Tourismus-Wintergeschäft bringt gute Auslastung
Die Buchungszahlen über Weihnachten und Silvester übertreffen die Werte der vergangenen Jahre und zeigen einen erfolgreichen Saisonbeginn.
Die heimischen Tourismusbetriebe melden eine gut angelaufene Wintersaison, wie die Wirtschaftskammer (WKÖ) berichtet. Bei einem Pressegespräch sprach WKÖ-Tourismussprecherin Susanne Kraus-Winkler von einem „best year ever“ im Hinblick auf die Auslastung rund um Weihnachten und Silvester. Positives Feedback kommt nicht nur aus den klassischen Winterdestinationen in Westösterreich, sondern auch aus den Städten, die von besonders gut besuchten Weihnachtsmärkten profitierten.
Stabile Nächtigungszahlen
Auch das Gesamtjahr 2025 verlief für die Tourismusbranche erfolgreich. Jürgen Weiß von der Statistik Austria bestätigte, dass Österreich mindestens 156 Millionen Nächtigungen verzeichnete, wobei die Dezemberzahlen noch vorläufig sind. Damit liegt das Land über dem Niveau von 2019, als erstmals die Marke von 150 Millionen Nächtigungen erreicht wurde. Während im Sommer mehr Übernachtungen gezählt wurden als im Winter, ergibt sich bei den Umsätzen ein umgekehrtes Bild: Wintergäste sind ausgabefreudiger. Ausländische Gäste gaben im Winter 8,7 Milliarden Euro aus, im Sommer 7,2 Milliarden Euro.
Westen bleibt führender Tourismusstandort
Österreichs Westen bleibt der Motor der Branche: Fast die Hälfte aller Übernachtungen entfiel 2025 auf Tirol und Salzburg. Ostösterreich, insbesondere Wien und Burgenland, konnte jedoch bei den Nächtigungen gegenüber Vor-Corona-Zeiten und dem Vorjahr deutlich zulegen. Kärnten und Niederösterreich verloren hingegen leicht an Marktanteilen.
Strukturelle Herausforderung
Trotz positiver Entwicklungen sieht Kraus-Winkler Herausforderungen auf den heimischen Tourismus zukommen. Jährlich werden rund 12.500 Fachkräfte benötigt, aus den Tourismusschulen und der Lehre kommen jedoch nur etwa 3.600. 2025 gab es rund 7.150 Lehrlinge in touristischen Berufen, 2015 waren es noch über 9.000. Die Drop-Out-Rate liegt bei 12,8 Prozent; in Tirol liegt sie laut Arbeitsmarktservice teilweise bei bis zu 27 Prozent. Bei den Tourismusschulen sank die Schülerzahl von über 9.660 vor zehn Jahren auf rund 7.420 im Jahr 2024. Um die Lücken zu schließen, seien Zuwanderung und Qualifizierung von Quereinsteigern notwendig.
Modernisierung gefordert
Kraus-Winkler plädiert für eine Modernisierung der dualen Ausbildung, um die Lehre attraktiver zu gestalten. Insbesondere bei den Berufsschulen sieht sie Bedarf für neue Ansätze. Während einige Schulen gut ausgestattet und stark nachgefragt sind, haben andere veraltete Ausstattung und geringen Zulauf. Die Anzahl der Berufsschulen habe sich seit 15 bis 20 Jahren nicht verändert, obwohl die Lehrlingszahlen damals deutlich höher lagen. Das Ausbildungsangebot müsse auf unterschiedliche Ansprüche der Lehrlinge abgestimmt werden, so Kraus-Winkler.
Investitions- und Beschäftungsausblick
WKÖ-Chefökonomin Claudia Huber stellte bei dem Pressegespräch eine Umfrage unter 300 Tourismusbetrieben vor, die ein verhaltenes Stimmungsbild bei Investitionen zeigt. 17 Prozent der Betriebe planen höhere Investitionen, knapp die Hälfte will ihre Ausgaben reduzieren. Beim Beschäftigungsausblick gehen mehr als die Hälfte der Befragten von stabilen Beschäftigungszahlen aus, sieben Prozent wollen aufstocken, gut ein Drittel plant Stellenabbau. Als Hauptgründe wurden hohe Kosten und Konjunkturunsicherheit genannt.
(APA/red)
