Uneinigkeit bei Kerosinrisiko
Führende Vertreter der Luftfahrtbranche bewerten die Gefahr von Kerosinengpässen unterschiedlich – zwischen Warnung und vorsichtigem Optimismus.
In der internationalen Luftfahrt gehen die Einschätzungen zur künftigen Kerosinversorgung derzeit auseinander. Hintergrund sind geopolitische Spannungen, insbesondere rund um den Konflikt mit dem Iran und mögliche Auswirkungen auf die Straße von Hormuz.
Willie Walsh, Chef des Airline-Dachverbands International Air Transport Association, warnte vor möglichen Engpässen. Seiner Einschätzung nach könnten Fluggesellschaften ihre Sommerflugpläne vorsorglich reduzieren, um auf potenzielle Treibstoffknappheit zu reagieren. Besonders Asien könnte zunächst betroffen sein, gefolgt von Europa.
Deutlich optimistischer äußerte sich hingegen Michael O’Leary, Geschäftsführer des Billigfliegers Ryanair. Er sieht das Risiko von Lieferunterbrechungen in Europa derzeit sinken und verweist auf Einschätzungen aus der Industrie, wonach kurzfristig keine Engpässe zu erwarten seien. Warnungen einzelner Regierungen vor möglichen Störungen im Flugverkehr bewertet er kritisch.
Auch bei der Nachfrage nach Flugreisen zeigen sich unterschiedliche Einschätzungen. Während Walsh weiterhin von einer robusten Reiselust ausgeht, berichtet O’Leary von einem zunehmenden Preisdruck durch etwas schwächere Buchungen. Um die Nachfrage anzukurbeln, könnten verstärkt Angebote notwendig werden.
Zudem deutet sich ein verändertes Buchungsverhalten an: Reisende entscheiden sich häufiger kurzfristig und bevorzugen für den Sommer europäische Destinationen. Die weitere Entwicklung der Ticketpreise dürfte stark vom geopolitischen Umfeld abhängen.
APA/Red.
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