vida erneuert Kritik an Hotellerie und Gastronomie
Die Kollektivvertragsgespräche für Hotellerie und Gastronomie bleiben vorerst auf Eis, ein Neustart hängt von der Zurücknahme pauschaler Vorwürfe ab.
Nach der Aussetzung der Kollektivvertragsverhandlungen für Hotellerie und Gastronomie dauern die Auseinandersetzungen zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaft an. Die Gespräche waren von der Arbeitgeberseite vorübergehend gestoppt worden, nachdem kritische Töne seitens der Arbeitnehmervertretung als „untergriffig“ bezeichnet worden waren. Die Gewerkschaft vida hält jedoch an ihrer Kritik an Missständen in der Branche fest.
Gewerkschaft beharrt auf Kritik
Am heutigen Dienstag bekräftigte die stellvertretende Vorsitzende der vida, Olivia Janisch, die Vorwürfe gegenüber der Branche. In einer Aussendung wies sie die Forderung der Arbeitgeber nach einer Entschuldigung zurück und nannte erneut Probleme wie Registrierkassenbetrug und Schwarzgeldzahlungen. Janisch betonte, dass solche Praktiken den Sozialstaat schädigten und daher klar benannt werden müssten. Zudem fordert die Gewerkschaft Maßnahmen, die „redliche Unternehmen“ vor Wettbewerbsvorteilen durch illegale Praktiken schützen sollen.
WKÖ reagiert mit „Faktencheck“
Die Fachverbände der Wirtschaftskammer (WKÖ) reagierten auf die Vorwürfe mit einem umfassenden „Faktencheck“. In dieser Stellungnahme kritisieren die Arbeitgeber, dass Einzelfälle von der Gewerkschaft zu einem verzerrten Gesamtbild hochstilisiert würden. Sie verweisen darauf, dass die Branche bereits strengen gesetzlichen Regelungen und Kontrollen durch Finanzamt und Arbeitsinspektion unterliegt. Auch die Kritik an der Lohnentwicklung wies die WKÖ zurück. Laut Statistik Austria seien die Mindestlöhne in Beherbergung und Gastronomie in den vergangenen vier Jahren um 27,1 Prozent gestiegen und damit stärker als in allen anderen Branchen.
Bedingte Gesprächsbereitschaft
Die Obmänner der Fachverbände Gastronomie und Hotellerie, Alois Rainer und Georg Imlauer, signalisierten zwar grundsätzlich Gesprächsbereitschaft. Gleichzeitig stellten sie klar, dass ein Neustart der Verhandlungen nur möglich sei, wenn von pauschalen Unterstellungen gegenüber der Branche Abstand genommen werde. Bis dahin bleiben die Gespräche auf Eis. Ein konkreter Termin für die Fortsetzung der Kollektivvertragsrunde ist noch nicht fixiert, ein Start im März wird derzeit angestrebt.
(APA/red)
