Vorerst keine Streiks bei Deutscher Bahn

Urabstimmung bis Anfang August
© Pixabay

Die Lokführergewerkschaft GDL plant nach den gescheiterten Tarifverhandlungen mit der Deutschen Bahn vorerst keine Streiks. Laut der Gewerkschaft werde man nicht zu Warnstreiks von einigen Stunden oder einem Tag aufrufen. Zunächst wolle man eine Urabstimmung durchführen.

Zuvor hatte die Deutsche Bahn die angedrohten Streiks der Lokführer als unverantwortlich bezeichnet. Bahn-Personalvorstand Martin Seiler zufolge sei ein Arbeitskampf Angesichts der Bahn-Angebote völlig unnötig. Alle Lösungselemente lägen auf dem Verhandlungstisch. Er signalisierte auch, dass die Deutsche Bahn notfalls erneut für eine Moderation von außen bereit sei. Die GDL wollte noch am Vormittag konkrete Arbeitskampfmaßnahmen und Streiks ankündigen. GDL-Chef Claus Weselsky hatte jüngst in einem Interview betont: „Die Streiks werden härter und länger als in der Vergangenheit.“

Bahn braucht mehr Zeit

Beide Seiten haben sich zuletzt gegenseitig für ein Scheitern der Tarifverhandlungen nach der vierten Runde Anfang Juni verantwortlich gemacht. Die GDL fordert Lohnerhöhungen wie im öffentlichen Dienst von rund 3,2 Prozent. Nach Lesart der Bahn summieren sich die gesamten Forderungen der Lokführer aber auf etwa das Dreifache davon. Seiler erklärte, die Bahn habe Anfang Juni angelehnt an den Öffentlichen Dienst 3,2 Prozent mehr Lohn in zwei Schritten in Aussicht gestellt. Um die 2021 weiter auf rund zehn Mrd. Euro gestiegenen Coronaschäden zu bewältigen, benötige die Bahn aber eine längere Laufzeit von 40 Monaten, während die GDL 28 Monate fordere.

Einigung möglich

Dem Bahn-Manager zufolge sei eine Einigung weiter möglich. Die GDL-Spitze solle umgehend an den Verhandlungstisch zurückkehren. Seiler warf der Gewerkschaft allerdings vor, ihr gehe es offenbar nicht um ernsthafte Verhandlungen, sondern um egoistische Eigeninteressen. Streiks verunsicherten zudem die Kunden, die nun nach den Einschränkungen der Viruspandemie endlich wieder reisen wollten.

APA/red

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