Westbahn startet neue Südbahn-Verbindung
Der Koralmtunnel macht eine Streckenführung zwischen Wien, Graz, Klagenfurt und Villach möglich.

Die Westbahn expandiert weiter und nimmt mit 1. März 2026 eine neue Fernverkehrsverbindung zwischen Wien, Graz, Klagenfurt und Villach in Betrieb. Möglich wird dies durch den Koralmtunnel, der die Reisezeit zwischen Steiermark und Kärnten erheblich verkürzt. Die neue Verbindung soll fünfmal täglich in beide Richtungen angeboten werden und dabei an Wien Meidling, Wiener Neustadt, Semmering und Bruck an der Mur halten. Weitere Haltestellen sind in Prüfung, ebenso eine mögliche spätere Streckenerweiterung.
Schnellste Züge Österreichs
Für die Südbahn-Expansion werden drei neue Hochgeschwindigkeitszüge angeschafft, die mit bis zu 250 km/h die schnellsten in Österreich sein werden. Die Fahrzeuge stammen vom Schweizer Hersteller Stadler und sind als einstöckige “Smile”-Garnituren konzipiert, die bereits alle notwendigen Zulassungen haben. Doppelstöckige Züge sind für die Zukunft geplant, wenn der Semmeringtunnel fertiggestellt ist.
Jeder der neuen Züge ist 202 Meter lang, umfasst elf Wagen und bietet 422 Sitzplätze in drei Klassen. Zwei ebenerdige Einstiege pro Zug ermöglichen barrierefreies Einsteigen.

Konkurrenz zur ÖBB
Die Westbahn betont, dass sie mit ihrem Angebot Qualitätsdefizite auf der Südstrecke beseitigen und für zuverlässigen Bahnverkehr sorgen will. Das Unternehmen ist mittlerweile profitabel und sieht die neue Verbindung als wichtigen Schritt zur Stärkung seiner Marktposition.
Der Wettbewerb auf der Südstrecke dürfte sich weiter intensivieren: Die Westbahn plant mittelfristig einen Stundentakt, während die ÖBB zunehmend doppelstöckige Railjets einsetzt.
Perspektiven für Erweiterungen
Langfristig könnte die Strecke über Villach hinaus nach Spittal an der Drau und Lienz in Osttirol verlängert werden. Ein konkreter Zeitpunkt für diese Expansion steht jedoch noch nicht fest.
Mit der neuen Verbindung wächst das Angebot für Reisende in Österreich weiter. Die Konkurrenz zwischen den Anbietern sollte sich positiv auf die Qualität des Bahnverkehrs auswirken.
(APA/red)