Wiener Hotellerie wehrt sich gegen höhere Ortstaxe

Die Wiener Hotellerie fordert, die Ortstaxe bei fünf Prozent zu belassen und auf die geplante weitere Erhöhung zu verzichten.

30.09.2026 12:10
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Gäste reagieren sensibel auf höhere Preise, was sich unmittelbar auf die Buchungsentscheidung auswirken kann.

Die Wiener Hotellerie stellt sich gegen die geplante weitere Anhebung der Ortstaxe. Nachdem der Satz im Juli von 3,2 auf fünf Prozent gestiegen ist, soll er im Juli 2027 auf acht Prozent angehoben werden. Die Branchenvertreter Felix Neutatz, Obmann der Wiener Hotellerie in der Wirtschaftskammer, und Alexander Ipp, Vorsitzender der ÖHV in Wien, warnen vor zusätzlichen Belastungen für die Betriebe.

Erträge trotz guter Buchungslage unter Druck

Nach Einschätzung der beiden Branchenvertreter wirkt sich bereits die Erhöhung auf fünf Prozent auf die Ertragslage aus. Felix Neutatz berichtet trotz einer guten Buchungslage von rückläufigen Erträgen. Alexander Ipp spricht von einem „Preisdurchsetzungs- und Erlösproblem“. Eine Herausforderung sei dabei die Darstellung der Ortstaxe. In Wien ist sie als Prozentsatz Bestandteil des Gesamtpreises einer Übernachtung. Auf Buchungsplattformen könne sie daher nicht wie ein fixer Zusatzbetrag separat ausgewiesen werden. Nach Ansicht der Hotellerie erschwert das den Betrieben, die Mehrkosten über höhere Zimmerpreise weiterzugeben.

Wenig Spielraum bei den Zimmerpreisen

Die Hoteliers verweisen gleichzeitig auf weitere Kostensteigerungen bei Personal, Energie und Lebensmitteln. Auch das Bettenangebot in Wien wachse stärker als die Nachfrage, wodurch die Ertragssituation trotz steigender Nächtigungszahlen angespannt bleibe. Eine Erhöhung der Zimmerpreise sei deshalb nur begrenzt möglich, argumentieren die Branchenvertreter. Gäste würden sensibel auf höhere Preise reagieren, was sich unmittelbar auf die Buchungsentscheidung auswirken könne. Auch der Vergleich mit anderen europäischen Städten überzeugt die Hotellerie nicht. Als Beispiel wird unter anderem Amsterdam genannt, wo höhere Abgaben laut den Branchenvertretern auch dazu dienen sollen, den Zustrom von Touristen zu begrenzen. Für Wien sei diese Argumentation aus ihrer Sicht nicht vergleichbar, da die Stadt gleichzeitig auf die Bedeutung des Tourismus und der Hotellerie verweise.

Forderung nach fünf Prozent

Die Hotellerie fordert daher, die Ortstaxe dauerhaft bei fünf Prozent zu belassen und auf die für Juli 2027 geplante Anhebung zu verzichten. Sollte der Satz dennoch auf acht Prozent steigen, könnten einzelne Betriebe nach Einschätzung der Branchenvertreter dadurch in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten. Als Alternative zu einem prozentualen Modell bringt die Branche auch einen fixen Betrag pro Übernachtung ins Spiel. Dadurch könnte die Abgabe unabhängig vom Zimmerpreis ausgewiesen werden.

Zustimmung zu strengeren Regeln bei Kurzzeitvermietung

Positiv bewertet die Hotellerie hingegen die angekündigten Verschärfungen bei der Kurzzeitvermietung. Dadurch könnten sich nach Ansicht der Branche zusätzliche Chancen für die Hotellerie ergeben, wenn Gäste, die bisher Wohnungen über Plattformen gebucht haben, künftig wieder häufiger Hotels wählen. Alexander Ipp sieht darin allerdings nur einen begrenzten Effekt. Die möglichen zusätzlichen Buchungen könnten die Belastungen durch die Ortstaxe aus Sicht der Hotellerie nicht ausgleichen.

(APA/red)

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