WIFO: Tourismusanalyse Mai bis September 2021

Nachfrage zieht zunehmend an, 22 Prozent mehr Einnahmen als im Vorjahr. Aber: Schlechter Winter droht.
© Alexander Müller

Die beiden Autoren der Tourismusanalyse Anna Burton und Oliver Fritz.

Der Sommer 2021 war für die heimische Tourismusbranche laut WIFO erfreulicher als der Sommer 2020. Einen Monat vor Abschluss der Sommersaison (Mai bis September) 2021 lag die Zahl der Gästeankünfte um 21 Prozent über dem Vergleichswert von 2020, jene der Nächtigungen um 17,9 Prozent, die Tourismuseinnahmen erfuhren mit nominell 10,2 Milliarden Euro einen Zuwachs von 22 Prozent (real +17,2 Prozent). Für die gesamte Saison ist laut aktuellen Schätzungen des WIFO mit rund 22 Prozent mehr Nächtigungen zu rechnen. Gegenüber 2019 entspricht das einem Rückgang von 16,8 Prozent.

Aktuelle Schätzungen des WIFO gehen davon aus, dass für die gesamte Sommersaison (Mai bis Oktober) 2021 ein Niveau von rund 65,7 Mio. Nächtigungen erreicht wird (+22 Prozent gegenüber 2020, rund –17 Prozent zu 2019).

WIFO: Prognose für den Winter schwierig

Die Aussichten für die kommenden Monate sind allerdings unsicher. Die steigenden Infektionszahlen und damit einhergehenden Maßnahmen könnten sich negativ auf die Nachfrage nach Urlaub auswirken. Neben einer Zurückhaltung bei Buchungen und Stornierungen bereits gebuchter Reisen durch verunsicherte Gäste stehen auch Reisewarnungen der für Österreich wichtigsten Quellmärkte im Raum.

Prognosen gestalten sich schwierig. Laut einer Urlauberbefragung der Österreich Werbung machen rund 42 Prozent der Befragten, die im Winter 2021/22 ihren Urlaub in Österreich verbringen wollen, ihre Entscheidung von der Infektionslage abhängig. 20 Prozent wiederum werden nicht reisen, wenn dafür eine Impfung zwingend erforderlich wird. Die 2G-Regel käme einer Impfplicht nahe.

Unter der Annahme, dass die Infektionszahlen ab Weihnachten wieder sinken, ergäbe sich für das Kalenderjahr 2021 ein Gesamtnächtigungsvolumen von rund 81,5 Mio. (–16,8 Prozent im Vergleich zum Kalenderjahr 2020, –46,7 Prozent gegenüber 2019). In der Wintersaison 2021/22 würde die Zahl der Nächtigungen rund 53,5 Mio. erreichen und läge damit um rund 27 Prozent unter jener der Wintersaison 2018/19.

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