„Winter der Überraschungen“ bei Vorarlbergs Seilbahnen

Drei Viertel der Betriebe optimistisch für Sommersaison 2021.
© Pixabay

Die Vorarlberger Seilbahnwirtschaft beendet die Wintersaison 2020/21 mit einem Umsatz von 14,1 Mio. Euro, das ist gegenüber 2019/20 ein Minus von 90 Prozent. Die 2.200 Betriebstage bedeuteten einen Rückgang von 32 Prozent. Die Saison habe gezeigt, wie eng Seilbahnen, Tourismus, Landwirtschaft und Handel verzahnt seien, so Vertreter der Vorarlberger Wirtschaftskammer (WKV) am Freitag. Für den Sommer sind laut einer Umfrage drei Viertel der Seilbahner zuversichtlich.

Andreas Gapp, Fachgruppenobmann der Seilbahner, sprach angesichts der sich ständig ändernden Rahmenbedingungen von einem „Winter der Überraschungen“. Das Wirtschaftliche, „das hat für niemanden wirklich funktioniert“, sagte Gapp. Der Seilbahnvertreter konnte der Saison dennoch etwas Positives abgewinnen: Es habe sich die Bedeutung gezeigt, die Skifahren für die Bevölkerung habe. Man habe mit 900.000 Skigästen zwar um 83 Prozent weniger begrüßen können als in anderen Jahren, viele hätten aber die leeren Pisten und die Ablenkung vom Corona-Alltag genossen.

Michael Tagwerker, Fachgruppengeschäftsführer der Seilbahnen, erklärte, die Sicherheitskonzepte hätten funktioniert. Es seien keine Cluster entstanden. Die Gäste hätten sich großteils sehr diszipliniert verhalten.

Optimistisch zeigten sich die Wirtschaftskammervertreter für den Sommer: Drei Viertel der Seilbahnbetriebe gehen laut Umfrage von einer gleich guten oder besseren Sommersaison aus als 2020. Ein Großteil werde unabhängig von Grenz- oder Gastroöffnungen im Sommer wie geplant starten. „Wir wissen, dass der Sommer keine gemähte Wiese ist“, so Tourismusvertreterin Frick. Vorarlberg habe aber dank seiner richtigen Grundausrichtung – Regionalität, Nachhaltigkeit, Gastfreundlichkeit – gute Voraussetzungen und eine hochwertige Infrastruktur.

„Wenn wir mit dem Impfen nicht vorankommen, ist Testen Plan B“, sagte Gapp. Hier sei Vorarlberg ein Erfolgsmodell. Was in der Gastronomie möglich sei, wäre auch für die Hotellerie umsetzbar, waren die WKV-Vertreter überzeugt. Man werde auch erst sehen, inwieweit sich das Konsumverhalten ändere bzw. Konsum aufgeschoben wurde. Vielleicht werde man etwa davon profitieren, dass die Sparquote stieg und Fernreisen auf absehbare Zeit noch nicht möglich seien. Das Bedürfnis nach Tapetenwechsel sei jedenfalls sicher da, „denn jeder kennt ja jetzt seine Wohnung“, meinte Frick.

 

APA/Red.

Gefällt Ihnen der Beitrag?
Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on telegram
Telegram
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on email
Email