Zwei Wiener Würstelstände im Jänner komplett vegan
Im Rahmen des Veganuary stellt Würstelstandbetreiber Mike Lanner seine beiden Standorte auf rein pflanzliche Produkte um.
Wien hat im Jänner erstmals vollständig vegane Würstelstände. Der Betreiber Mike Lanner stellt im Rahmen des sogenannten Veganuary an seinen zwei Standorten das gesamte Sortiment auf pflanzliche Produkte um. Das Angebot umfasst klassische Würstelspezialitäten wie Currywurst, Original Bosna oder Kopenhagen Dog, jedoch in veganer Variante. Auch eine pflanzliche Version des „Southern Style Backhendl“ wird angeboten.
Experiment im Veganuary
Der Veganuary ist eine weltweite Initiative, die Menschen dazu ermutigt, im Jänner einen Monat lang auf tierische Produkte zu verzichten. Lanner bezeichnet die Umstellung als „Experiment“ und betont, dass das Ziel sei, zu zeigen, dass veganes Essen am Würstelstand eine Alternative zu traditionellen Fleischprodukten sein kann. Das bisherige Sortiment an den Standorten bestand bereits zu 60 Prozent aus pflanzlichen Produkten, Fleisch wurde ausschließlich aus Biobetrieben bezogen. Eine mögliche Verlängerung des veganen Angebots über den Jänner hinaus schloss Lanner nicht aus. Die veganen Würstel sind den gesamten Jänner über an den Wiener Würstelstand Standorten in der Pfeilgasse in der Josefstadt sowie an der U4-Station Spittelau erhältlich. Lanner bietet eine Geld-zurück-Garantie für unzufriedene Kunden an, um das neue Angebot zu fördern.
Zwischen Zustimmung und Skepsis
Die Reaktionen auf die Umstellung sind gemischt. Einige Kunden zeigen sich neugierig und probieren die neuen Produkte. Organisationen, die eine vegane Lebensweise fördern, begrüßen den Schritt. Felix Hnat von der Veganen Gesellschaft Österreich bezeichnet den Würstelstand als „kulinarisches Highlight des Veganuary 2026“. Martin Balluch vom Verein gegen Tierfabriken nennt die Maßnahme einen „mutigen Schritt in die richtige Richtung“. Kritische Stimmen kommen von anderen Würstelstandbetreibern. Sepp Bitzinger, Betreiber eines bekannten Standes bei der Albertina, äußerte Zweifel an der Notwendigkeit, vegane Produkte als Fleischersatz zu präsentieren. Er verwies zudem darauf, dass stark verarbeitete vegane Produkte gesundheitlich nicht automatisch besser seien, betonte jedoch, dass der Fleischkonsum in Österreich generell zurückgehen sollte.
(APA/red)