China will Probleme im Tourismus beheben
Die chinesische Regierung plant Maßnahmen gegen Betrug und organisatorische Probleme im Tourismus, um die Branche zu stärken und den Konsum im Land anzukurbeln.
China will verstärkt gegen Betrug und strukturelle Probleme in seiner zunehmend wichtigen Tourismusbranche vorgehen. Laut Kultur- und Tourismusminister Sun Yeli hat sich die Branche in den vergangenen Jahren zwar rasch entwickelt, dennoch bestehen weiterhin ältere Schwierigkeiten und neue Herausforderungen. Dazu zählen etwa Probleme bei Buchungen, beim Ticketkauf oder beim Zugang zu öffentlichen Toiletten.
In diesem Jahr wollen sich die Behörden vor allem auf irreführende Werbung konzentrieren. Sun erklärte während des Nationalen Volkskongresses in Peking, dass sich die Regierung stärker auf alltägliche Probleme von Reisenden fokussieren wolle. Zudem soll gegen illegale Geschäftspraktiken vorgegangen werden, etwa wenn Touristen zu Einkäufen gedrängt werden.
Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund eines schwachen Konsums in China. Die Regierung kündigte an, neue Möglichkeiten zur Stärkung der Binnennachfrage schaffen zu wollen. Der Tourismussektor soll dabei eine wichtige Rolle spielen, um die Ausgaben der Bevölkerung zu erhöhen. In den vergangenen Jahren hat das Land unter anderem verstärkt in Wintersport- und Freizeitangebote investiert. Zusätzlich wurde die Visapflicht für touristische und geschäftliche Aufenthalte von bis zu 30 Tagen für mehrere Länder, darunter auch Österreich, aufgehoben.
Während der verlängerten Feiertagswoche zum Frühlingsfest im Februar kam es zu einer hohen Zahl an Reisen im Inland. Offiziellen Angaben zufolge wurden insgesamt 596 Millionen Inlandsreisen gezählt, rund 95 Millionen mehr als während der acht Feiertage im Jahr 2025. Gleichzeitig gaben Reisende jedoch weniger Geld aus. Laut dem Wirtschaftsmagazin „Caixin“ sank der durchschnittliche Betrag pro Reise von etwa 169 Yuan (rund 21 Euro) auf rund 150 Yuan.
Gleichzeitig nahm die Zahl internationaler Besucher zu. Nach Angaben von Sun verzeichnete China im Jahr 2025 rund 150 Millionen touristische Ankünfte aus dem Ausland, was einem Anstieg von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Ausgaben dieser Gäste beliefen sich auf mehr als 130 Milliarden Yuan (etwa 16,2 Milliarden Euro) und erreichten damit ungefähr wieder das Niveau von 2019, also der Zeit vor der Corona-Pandemie.
APA/Red.