Erste KV-Runde im Tourismus ohne Einigung

Die erste Verhandlungsrunde für den Kollektivvertrag im Tourismus ist ohne Einigung zu Ende gegangen, die Gespräche werden Anfang April fortgesetzt.

13.03.2026 9:15
red04
© Adobe Stock
Die Verhandlungsgespräche sollen am 7. April fortgesetzt werden.

Die erste Verhandlungsrunde über den Kollektivvertrag 2026 für Beschäftigte im Tourismus ist am gestrigen Donnerstagabend ohne Einigung beendet worden. Vertreter der Arbeitgeber und der Gewerkschaft vida konnten sich nicht auf eine gemeinsame Linie verständigen. Die Gespräche sollen am 7. April fortgesetzt werden. Im Zentrum der Diskussion stehen unterschiedliche Vorstellungen über Lohn- und Gehaltserhöhungen sowie zusätzliche arbeitsrechtliche Regelungen.

Forderungen der Arbeitnehmerseite

Nach Angaben der Gewerkschaft vida verlangen die Arbeitnehmervertreter eine Lohn- und Gehaltserhöhung von 3,8 Prozent. Zusätzlich fordert die Gewerkschaft zwölf garantierte freie Sonntage pro Jahr sowie die Einführung bezahlter Mittagspausen. Aus Sicht der Gewerkschaft soll die geforderte Anpassung verhindern, dass Beschäftigte real an Einkommen verlieren. Verhandlungsleiterin Eva Eberhart erklärte, die Arbeitgeber hätten in der ersten Runde lediglich eine Erhöhung von 2,3 Prozent angeboten. Die Forderung der Gewerkschaft orientiere sich hingegen an der Jahresinflation von 3,6 Prozent und solle sicherstellen, dass die Kaufkraft der Beschäftigten erhalten bleibt.

Wirtschaftliche Lage

Die Arbeitgebervertreter sehen die Forderungen der Gewerkschaft kritisch. Die Chefverhandler der gastgewerblichen Fachverbände in der Wirtschaftskammer Österreich, Georg Imlauer und Alois Rainer, erklärten nach der Verhandlungsrunde, dass die geforderten Maßnahmen in der aktuellen wirtschaftlichen Situation der Branche nicht umsetzbar seien. Nach Berechnungen der Arbeitgeber würde die Umsetzung der Gewerkschaftsforderungen über eine reine Lohn- und Gehaltserhöhung hinausgehen. Neben einer Erhöhung um 3,6 Prozent würde laut ihrer Darstellung vor allem die Einführung einer bezahlten Mittagspause zusätzliche Kosten von rund sechs Prozent verursachen.

Spannungen bereits vor den Gesprächen

Bereits im Vorfeld der Verhandlungen war es zu Spannungen zwischen den Sozialpartnern gekommen. Hintergrund war eine Razzia von Polizei und Finanz, bei der in Gastronomiebetrieben zahlreiche Mängel festgestellt worden waren. Der Vorsitzende der Gewerkschaft vida, Roman Hebenstreit, nutzte diese Ereignisse für Kritik an der Branche. Vertreter der Arbeitgeber reagierten darauf verärgert und forderten eine Entschuldigung, die jedoch ausblieb. Trotz dieser Auseinandersetzung kamen beide Seiten zur ersten Verhandlungsrunde in der Wirtschaftskammer in Wien zusammen.

Rund 200.000 Beschäftigte betroffen

Vom Kollektivvertrag für Hotellerie und Gastronomie sind im Jahresverlauf zwischen 200.000 und 240.000 Beschäftigte betroffen. Sie arbeiten in etwa 65.000 Betrieben in ganz Österreich. Die Einstiegsgehälter unterscheiden sich leicht je nach Bundesland. In Wiener Hotels und Kaffeehäusern liegt das Einstiegsgehalt derzeit bei 2.264 Euro brutto. Für Hilfskräfte gilt bundesweit ein Mindestlohn von 2.026 Euro brutto.

(APA/red)

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