Café Central schließt für Generalsanierung bis Herbst

Das Café Central in Wien bleibt bis zum Herbst geschlossen, um eine umfassende Generalsanierung von Technik und Infrastruktur durchzuführen.

16.03.2026 15:04
red04
© Adobe Stock
Am Erscheinungsbild und am Charakter des Café Central soll sich nichts ändern.

Das traditionsreiche Wiener Kaffeehaus Café Central in der Herrengasse hat mit heutigem Montag vorübergehend geschlossen. Der Betrieb wird bis zum Herbst unterbrochen, da das Lokal umfassend saniert wird. Nach Angaben der Betreiber betrifft die Generalsanierung vor allem technische Anlagen und Infrastruktur. Am Erscheinungsbild und am Charakter des Kaffeehauses soll sich hingegen nichts ändern.

Restaurierung des historischen Lokals

Die Verantwortlichen betonen, dass die Arbeiten mit besonderer Rücksicht auf die historische Substanz erfolgen sollen. „Eine gute Sanierung erkennt man daran, dass man nichts erkennt“, sagte Architekt Peter Klein bei einer Pressekonferenz. Auch Martin Winkler, Vorstand der Verkehrsbüro Group, sowie Geschäftsführer Kay Fröhlich erklärten, die Restaurierung solle möglichst behutsam erfolgen. Dem Gastraum werde lediglich die Patina genommen. Der Spielraum für bauliche Veränderungen ist begrenzt. Das im 19. Jahrhundert errichtete Palais Ferstl, in dem sich das Kaffeehaus befindet, steht ebenso unter Denkmalschutz wie das Café selbst.

Erneuerung von Technik und Infrastruktur

Neben der historischen Säulenhalle zählt auch das Interieur zur geschützten Substanz. Die bekannten Thonet-Stühle werden überarbeitet, Stoffe des Wiener Traditionsunternehmens Backhausen erneuert oder originalgetreu nachgefertigt. Auch die historischen Luster sollen in spezialisierten Werkstätten restauriert werden. Der Großteil der Arbeiten betrifft jedoch Bereiche, die für Gäste nicht sichtbar sind. Produktions- und Küchenräume werden ebenso modernisiert wie Lüftungsanlagen und Brandschutzeinrichtungen. Zusätzlich entstehen neue Lagerflächen durch eine bauliche Verbindung zum benachbarten Palais Hardegg.

Weiterbeschäftigung der Belegschaft

Ein Großteil der Mitarbeiter soll während der Bauphase weiterbeschäftigt werden. Laut Verkehrsbüro-Chef Winkler werden Beschäftigte vorübergehend in andere Betriebe des Konzerns wechseln, etwa in Hotels der Gruppe. Betreiber des Kaffeehauses ist die Verkehrsbüro-Tochter Palais Events. Angaben zu den Gesamtkosten der Sanierung wurden nicht gemacht. Geschäftsführer Fröhlich erklärte jedoch, dass ein zweistelliger Millionenbetrag investiert werde.

Historische Bedeutung

Für das Café Central ist die aktuelle Schließung nicht die erste in seiner Geschichte. Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb das Lokal über längere Zeit geschlossen und wurde erst in den 1980er Jahren nach umfangreichen Renovierungsarbeiten wieder eröffnet. Zunächst stand damals nur der Arkadenhof zur Verfügung. Seinen Ruf als bedeutender Treffpunkt der Wiener Moderne erlangte das Kaffeehaus um 1900. Zu den bekannten Gästen zählten unter anderem Sigmund Freud, Arthur Schnitzler, Hugo von Hofmannsthal, Leo Trotzki und Peter Altenberg. Letzterer ist im Lokal bis heute als Pappmachéfigur präsent. Heute gilt das Café Central als touristische Attraktion. Für viele Besucher, die ein klassisches Wiener Kaffeehaus erleben möchten, ist das Lokal ein zentraler Anlaufpunkt. Während der Schließzeit soll ein Ersatzangebot geschaffen werden. Im Palais Harrach auf der Freyung wird ein Pop-up-Lokal mit dem Namen „Decentral“ eingerichtet. Dort werden unter anderem Patisserie-Produkte des Hauses angeboten, bis das Café Central nach Abschluss der Arbeiten wieder öffnet.

(APA/red)

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