Nahost-Krieg lässt globalen Luftverkehr stocken
Sperrungen von Lufträumen und Flughäfen in der Region führen zu weitreichenden Einschränkungen im internationalen Flugverkehr.
Der weltweite Flugverkehr ist weiterhin massiv beeinträchtigt. Hintergrund ist der Krieg zwischen Israel, den USA und dem Iran, der zur Schließung zentraler Luftverkehrsdrehkreuze im Nahen Osten geführt hat. Betroffen sind unter anderem die Flughäfen in Dubai, Doha und Abu Dhabi. Die Folgen sind weitreichend: Zehntausende Passagiere sitzen fest, Fluggesellschaften streichen Verbindungen oder stellen ihre Routen kurzfristig um. Viele Airlines reagieren mit umfangreichen Flugausfällen, geänderten Flugplänen und der Vermeidung bestimmter Lufträume. Die Entwicklungen bleiben dynamisch.
Europa reagiert mit Streichungen
Mehrere europäische Fluggesellschaften haben ihre Verbindungen in die Krisenregion vorübergehend eingestellt oder stark reduziert. Die griechische Aegean Airlines hat Flüge nach Tel Aviv, Beirut und Amman bis 22. April gestrichen, Verbindungen nach Erbil und Bagdad sogar bis Ende Mai. Auch Flüge nach Dubai und Riad sind vorübergehend ausgesetzt.
Die lettische airBaltic fliegt Tel Aviv bis Anfang April nicht mehr an, Verbindungen nach Dubai wurden deutlich länger – bis Oktober – gestrichen. Air Europa setzt ihre Flüge nach Tel Aviv bis 10. April aus. Auch die Lufthansa-Gruppe reagiert mit weitreichenden Maßnahmen: Flüge nach Tel Aviv sind bis Anfang April gestrichen, weitere Ziele wie Beirut, Dubai oder Abu Dhabi bis Ende März. Verbindungen nach Teheran bleiben bis Ende April ausgesetzt.
Die österreichische Austrian Airlines bestätigte, dass Tel Aviv bis mindestens 9. April nicht angeflogen wird. Auch Flüge nach Teheran, Amman und Erbil sind vorerst eingestellt. Finnair verzichtet neben Flugstreichungen auch konsequent auf das Überfliegen von Konfliktregionen wie Iran, Irak, Syrien und Israel. LOT aus Polen hat ebenfalls zahlreiche Verbindungen gestrichen, darunter Flüge nach Tel Aviv, Dubai und Beirut mit unterschiedlichen Zeiträumen bis Ende April.
Airlines weltweit betroffen
Auch außerhalb Europas sind die Auswirkungen deutlich spürbar. Air Canada hat ihre Flüge nach Tel Aviv bis Anfang Mai eingestellt, Verbindungen nach Dubai bis Ende März gestrichen. Delta setzt Flüge zwischen New York und Tel Aviv vorübergehend aus, auch die geplante Wiederaufnahme weiterer Verbindungen wurde verschoben.
Japan Airlines hat ihre Flüge zwischen Tokio und Doha bis Ende März gestrten. Malaysia Airlines stellt ihre Verbindungen nach Doha ebenfalls vorübergehend ein. Die indische Fluggesellschaft IndiGo hat zahlreiche Ziele im Golfraum, darunter Doha, Kuwait und Bahrain, bis Ende März ausgesetzt. Cathay Pacific aus Hongkong hat Flüge nach Dubai und Riad bis Ende März gestrichen.
Region eingeschränkt
Fluggesellschaften aus der Region selbst operieren teilweise weiter, jedoch mit Einschränkungen. Emirates und Etihad Airways haben nach teilweisen Lockerungen der Luftraumsperren reduzierte Flugpläne eingeführt. Qatar Airways meldete, dass der Betrieb wegen der Sperrung des katarischen Luftraums zeitweise vollständig ausgesetzt war und nun nur eingeschränkt wieder aufgenommen wird.
Die israelische Fluggesellschaft El Al hat ihre Linienflüge bis 21. März gestrichen. Die saudische Billigfluggesellschaft Flynas hat zahlreiche regionale Verbindungen bis Ende März ausgesetzt.
Weitere internationale Auswirkungen
Auch andere Airlines haben weitreichende Maßnahmen ergriffen. Die zur IAG gehörende British Airways hat Flüge nach Abu Dhabi bis später im Jahr gestrichen, weitere Ziele im Nahen Osten sind bis Ende März nicht im Flugplan.
Turkish Airlines stellte Verbindungen in mehrere Länder der Region vorübergehend ein, darunter Irak, Libanon und die Vereinigten Arabischen Emirate. Pegasus Airlines strich ebenfalls zahlreiche Flüge in die Krisenregion bis Mitte April.
Die ungarische Wizz Air setzt Flüge nach Israel bis Ende März aus und streicht Verbindungen von Europa in mehrere Städte im Nahen Osten sogar bis Mitte September. Norwegian Air verschiebt geplante Wiederaufnahmen von Flügen nach Tel Aviv und Beirut auf Mitte Juni.
Wann sich der Flugverkehr in der Region normalisiert, ist derzeit nicht absehbar. Airlines passen ihre Planungen laufend an die Sicherheitslage an, kurzfristige Änderungen bleiben wahrscheinlich.
(APA/red)